Die ersten Stücke auf Longplayer Nummer acht pusten einem die Gitarren-Riffs durch die Ohren. Und wenn das noch nicht langt, legt Cameron am Schlagzeug nach. "Darkness comes in waves", raunt Vedder in seiner unnachahmlichen Stimmlage in "Life wasted". Diese Wellen (auch in "Big wave" des Surfers Vedder) haben es in sich. Vor allem, wenn ein satter Gitarren-Teppich so ungestümt ausgerollt wird, wie in "Severed Hand" - und damit an die Sturm und Drang-Zeiten von "Porch" oder "Go" erinnert. Alles Material, das nur darauf wartet, live gespielt zu werden.
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In ihrem Element: Pearl Jam live. (© Foto: Charles Peterson /SonyBMG)
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Immer noch politically correct im Bestreben, den Finger in die Wunde zu legen und die Unzufriedenheit über die Welt im Allgemeinen und den Auftritt der USA im Irak im Besonderen in einen druckvollen drei bis vier-Minüter zu packen. Nichts überborderndes, sondern einfach geradeaus. Eine "AC/DC-Einfachheit", wie es Gossard nennt. "Wir versuchen gar nicht erst, extravagant zu sein. Bleib schlicht."
Dazu tracks wie "Marker in the Sand" - mit der nötigen Prise Rock, die im Refrain samtweich in einer dieser balladesken PJ-Melancholien landet. Akustikgitarre und Piano im abschließenden Sieben-Minüter "Inside Job" lassen einen nicht nur beinahe vergessen, dass es sich um eine Studio-Aufnahme handelt, sondern werden auch gleich noch mit der Losung des Albums veredelt: "I choose to feel so I am/.../I'll not lose my faith." Punkt.
"Pearl Jam" also als Rückbesinnung auf die Anfänge? Streckenweise, aber grundätzlich geht der Albumtitel in seiner Einfachheit darauf zurück, dass sich die fünf US-Amerikaner nicht auf einen anderen Titel einigen konnten. Ehrlich und geradeheraus.
"Ich mag es, dass die Platte aggressiv ist und ich bin froh, dass wir nicht weicher geworden sind", erklärt Vedder, "ich will mir gar nicht vorstellen, was das bedeuten würde, wenn wir nur für eine easy listening Masse spielen würden. Es wäre schwer, dann zur Arbeit zu gehen. Kein schlechter Job, aber nicht der Job, den ich will."
Und es wäre ganz bestimmt auch nicht das, was man nach 15 Jahren Pearl Jam hören wollte. Grunge hin, Seattle her: Was bleibt, ist ein ausgereiftes Stück Rock.
Pearl Jam, Pearl Jam (J Records/SonyBMG)
1. Life Wasted 2. World Wide Suicide 3. Comatose 4. Severed Hand 5. Marker in the Sand 6. Parachutes 7. Unemployable 8. Big Wave 9. Gone 10. Wasted reprise 11. Army Reserve 12. Come back 13. Inside Job
Live 23.09.2006 Berlin Wuhlheide 25.09.2006 Wien Stadthalle
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- Aus der MS-Encarta Stichwort: Grunge 27.04.2006
(sueddeutsche.de)
Brasiliens Präsidentin Roussef