Dass eine 24 Jahre junge Unschuld aus Frankreichs richtig singen kann, ist eine Überraschung. Dass Emilie Simon mit ihrem Debutalbum dann aber gleich überzeugt, ist schon fast ein richtiges Wunder.
So fühlt sich ein Traum an. Zart, behutsam, schwebend.
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Giftige Schlangen. Gefährliche kleine Frau. Hier will man einfach zum Opfer werden. Foto: universal music (© )
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Ja, es muss ein Traum sein. Doch schon nach nur 45 Minuten neigt sich die Reise in eine wundersame Klanglandschaft ihrem Ende.
Drücke die Repeat-Taste! Wieder und immer wieder! Immer wieder traumhaft. Doch auch immer wieder ein neuer Traum. Denn irgend etwas klingt immer irgendwie anders.
Wahrscheinlich musste ja alles so kommen. Denn Emilies Eltern - beide Musikliebhaber - nahmen sie oft mit auf nächtelange Exkursionen durch Jazz Clubs. So wurde ein sehr dezidierter Sound zu ihrem Schlaflied.
Überhaupt verbrachte Emilie mehr Zeit im hauseigenen Aufnahmestudio als in ihrem Kinderzimmer und beobachtete oft stundenlang, stillschweigend die Musiker bei deren Arbeit.
Emilie Simon hat dann nicht nur Musik und Texte ihrer Songs selbst geschrieben, sondern sie auch produziert. Und dabei etwas Neues und Frisches kreiert.
Ein Album voll mit schlichtweg schönen Tracks. So wie ein Blumenstrauß. Ein Wiesenblumenstrauß.
In ihm aber wartet eine giftige Schlange auf ihren Empfänger. Ein Gift, das süchtig macht. Süchtig nach der "Repeat-Taste".
Denn Emilie Simon ergreift und erobert vom ersten Ton bis zum letzten Takt. Ein Hauch, ein Flüstern — die Intimität in ihrer Stimme geht so nah, so tief, dass es schmerzt.
Eine schreiende Sehnsucht, die zerreißt. Ein Gefühl irgendwo zwischen Weltschmerz und Glückseeligkeit — die kleine Französin schafft eine perfekte Balance.
Ursprünglich unschuldig wirkende Songs und vermeintlich volkstümliche Zeilen werden durch Wortspiele oder auch nur einen einzigen schrägen Klang plötzlich auf den Kopf gestellt und erschüttern das bisher Gesungene. Ziehen in die Tiefe. Aus kindlicher Naivität wird kindliche Qualität.
Emilies Album mit 14 Songs in teils französischer, teils englischer Sprache beginnt damit, dass die Künstlerin eine Wüste ("Desert") kreiert, eine Wüste ihres Herzens. Darin ausgesetzt und allein gelassen gibt es keine Chance mehr, ihrem Zauber zu entkommen.
Emilie Simon: "emilie simon" (Universal Music/ 2004)
Bundespräsident Gauck in Israel