"Can A Song Save Your Life?" im Kino Musik heilt alle Wunden

Keira Knightley, die erst Gitarre spielen lernen musste für diese Rolle, ist keine allzu große Sängerin.

(Foto: Studiocanal)

Songs aus den Schluchten New Yorks: Keira Knightley und Mark Ruffalo suchen in dem sehr gut gemachten Film "Can A Song Save Your Life?" als ungleiches Paar die große Freiheit jenseits aller Profitmaximierung.

Von Susan Vahabzadeh

Manchmal gehört doch zusammen, was auf den ersten Blick aussieht wie Feuer und Wasser. Am Anfang des Films "Can A Song Save Your Life?" stolpert ein Betrunkener im schwarzen Anzug in eine heruntergekommene Bar in Manhattan.

Auf der Bühne singt ein Mädchen aus England ein Lied, das sie selbst geschrieben hat, über die Einsamkeit in New York und spielt dazu Gitarre. Als er hinterher bei ihr aufkreuzt und ihr einen Plattenvertrag anbietet, lässt sie ihn abblitzen. Sie hat Recht.

Der Film springt zurück auf den Verlauf dieses Tages: Dan (Mark Ruffalo) hat mal ein Label mitbegründet, war unglaublich hip, aber an diesem Nachmittag hat ihn sein Partner rausgeschmissen.

Dan findet Audiokommentare von halbidiotischen Musikern überflüssig und im Disney-Resort gezüchtete Popstars grässlich. Er hat nichts mehr zu bieten. Er bekommt aber eine zweite Chance - bei Gretta (Keira Knightley), dem Mädchen in der Bar, und überhaupt in der ganzen Welt. "Begin Again" ist der Originaltitel dieses Films.

Mit einer ähnlichen Rezeptur, ein ungleiches Paar findet über die Musik zusammen, und man glaubt das alles, weil es wahrhaftig klingt, hat John Carney schon seinen Film "Once" (2007) gemacht. Nun hat er die Straßen von Dublin hinter sich gelassen und macht sich auf in die Schluchten von New York. Gretta und Dan kommen aus unterschiedlichen Welten, aber sie glauben an die selben Götter - an Melodien und Gefühle, ethische Grenzen und Selbstachtung.

Ein Film über den Traum, keinen Plattenvertrag unterschreiben zu müssen

Das hilft, sie tun sich zusammen und produzieren ein Album auf den Straße - sie suchen sich ein paar verwandte Seelen, Musiker, die von ihrer Karriere im Stich gelassen wurden, und ziehen gemeinsam durch die Stadt.

Sie spielen auf Dächern und in lärmenden Hinterhöfen und versuchen so, jene Authentizität entstehen zu lassen, nach der sich Pop-Produzenten sehnen, und die dann eben doch nur von alleine kommt.