Burhan Sönmez im Interview "Ich sehe kein Licht vor uns"

Burhan Sönmez, 53, wuchs in einem kurdischen Dorf auf und arbeitete in den Neunzigerjahren als Anwalt.

(Foto: Stephan Rumpf)

Der kurdische Schriftsteller Burhan Sönmez über die politisch "dunklen Zeiten" in der Türkei und die Gefährdung der historischen Bausubstanz Istanbuls durch konservative Parteien.

Von Christiane Schlötzer

Nur für einen Tag ist Burhan Sönmez nach München gekommen, für eine Lesung im Münchner Literaturhaus. Er fröstelt, trägt einen dicken Schal. In Istanbul, wo er lebt, ist es ein paar Grad wärmer. Gelesen wird aus der deutschen Übersetzung seines Buches "Istanbul, Istanbul" (erschienen bei btb, 2017). Zuvor erzählt er im Gespräch, dass seine kurdische Mutter weder schreiben noch lesen kann, aber ihm alles mitgegeben hat, was er für sein Leben als Schriftsteller braucht.

SZ: In "Istanbul, Istanbul" beschreiben Sie ...