SZ: Jetzt machen Sie einen radikalen Schnitt. Man würde erwarten, dass Sie dem Unternehmen weiter zur Verfügung stehen, zum Beispiel in einem Beirat oder Aufsichtsrat.
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Todenhöfer: Das haben wir diskutiert, aber das kann ich nicht. Ich kann nicht in einem Haus, in dem ich, wie gesagt, der Hausmeister war, gelegentlich auftauchen und weise Ratschläge erteilen oder auf Partys rumstehen. Als ich in Tübingen als Abgeordneter aufhörte, habe ich auch nie wieder eine politische Veranstaltung besucht.
SZ: Nicht einmal zur 50. Bambi-Party werden Sie Ende November erscheinen - obwohl Sie dafür gekämpft haben, dass Bambi in Ihre Heimatstadt Offenburg kommt. Was sagt der Verleger dazu?
Todenhöfer: Wenn man sagt, man geht, dann sollte man auch bald gehen. Bei dem hohen Durchschnittalter unseres Vorstands musste dieser Wechsel einfach sein. Ich finde es ja nett, dass mich jetzt alle fragen, warum ich in meinem Alter schon gehe. Danke für das Kompliment!
SZ: Wollte Hubert Burda den Generationenwechsel schon früher?
Todenhöfer: Nicht wirklich.
SZ: Warum nicht?
Todenhöfer: Weil Hubert Burda seine Mannschaft zu Recht klasse fand. Als Ratzinger mit 78 Papst wurde, dachten einige, sie blieben jetzt ewig im Vorstand.
SZ: Generationenwechsel bei Burda - was passiert als nächstes?
Todenhöfer: Hubert Burda lässt zurzeit niemanden in seine Karten schauen. Auch mich nicht.
SZ: Sie haben keine Vorstellungen, wie Burda sein Familien-Unternehmen organisieren will?
Todenhöfer: Ich weiß, dass er jetzt drei neue, jüngere Leute hat, die ich stark finde. Paul-Bernhard Kallen könnte jedes Dax-Unternehmen führen. Christiane zu Salm ist eine begnadete Verkäuferin, Philipp Welte ein Marketing-Ass. Er war mit 18 Jahren mein Wahlkreisassistent in Tübingen. Welte hat zusammen mit Patricia Riekel das Image der Bunten in einer Weise verändert, vor der ich nur den Hut ziehen kann.
SZ: Umso unverständlicher, dass er zwischendurch zum Springer-Konzern ausgebüchst ist und wiedergeholt werden musste.
Todenhöfer: Das ist wie beim FC Bayern München. Zé Roberto war auch mal weg. Ich glaube, dass es Welte gut getan hat, eine Weile bei der Konkurrenz zu sehen, wie schön es bei Burda ist.
SZ: Wollen Sie ihm noch ein paar Ratschläge geben?
Todenhöfer: Er hat ja zu seinem Glück nur einen Teil meiner Zuständigkeiten, nämlich die Verlage in Deutschland. Der Rest geht zu Kallen und Salm. Mein Erfolgsrezept heißt: Finde gute Leute, die fachlich kompetent und menschlich klasse sind. Wenn du die gefunden hast, lass sie machen.
SZ: Haben Sie Vorbilder?
Todenhöfer: Uli Hoeneß. Der schaut, dass Spitzenleute zum FC Bayern kommen und behandelt sie menschlich gut. Und weil er das jedes Jahr schafft, blüht der FC Bayern - meistens jedenfalls. Und Dietmar Hopp, ein Mann, der karitativ unendlich viel für andere tut und ganz nebenbei den Traum aller Fußballbuben realisiert, von der C-Klasse in die Bundesliga zu stürmen. Hopp ist wie Hoeneß ein Mann mit einem riesigen Herzen.
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