Schmähung für israelisches Orchester Keine Freude an der Ode

Dieses Konzert war alles andere als klassisch: Was als Sommervorstellung des Israel Philharmonic Orchestra in der traditionsreichen Royal Albert Hall in London begann, endete als propalästinensische Protestaktion. Die BBC musste die Übertragung zeitweise aussetzen.

Propalästinensische Demonstranten haben ein Konzert des Israel Philharmonic Orchestra in der berühmten Londoner Royal Albert Hall massiv beeinträchtigt. Rund 30 Aktivisten störten während des gesamten Konzertes, indem sie unter anderem zu Ludwig van Beethovens Ode an die Freude lauthals sangen. Der Rundfunksender BBC Radio 3 musste seine Übertragung des Konzerts wegen des Störungen zeitweise unterbrechen.

Das Symphonieorchester und Dirigent Zubin Mehta spielten weiter. Insgesamt wurden rund 30 Demonstranten aus der Halle geführt.

Vor dem Konzerthaus hatten Demonstranten ein Protestcamp aufgebaut und dort die eintreffenden Zuhörer vor Beginn der Veranstaltung aufgefordert, ihre Eintrittskarten zu zerreißen. Die Aktion richtete sich gegen angebliche Verbindungen des Philharmonie-Orchesters zur israelischen Armee.

In einer Mitteilung auf ihrer Internetseite unterstellt die propalästinensische Organisation dem israelischen Orchester "Mittäterschaft in der Reinwaschung beständiger Verletzungen des Vökerrechts und der Menschenrechte durch Israel."

Die Gruppierung rügt vor allem die angeblichen Verbindungen des Philharmonie-Orchesters zur israelischen Armee. Die Anführerin des Protests, Sarah Colborne, kritisierte, dass die Musiker für die Soldaten auch an Außenposten des Militärs auftreten und damit die Armee unterstützen.

Eine BBC-Sprecherin erklärte, man habe Proteste vor der Halle erwartet und deshalb sogar Taschenkontrollen durchgeführt. Die Einladung an das Symphonieorchester habe ausschließlich einen musikalischen Hintergrund gehabt. Das Konzert fand in der Reihe "Proms" statt, die zu den berühmtesten Konzertreihen für Klassische Musik gehört und finden jedes Jahr im Spätsommer stattfindet.

Protestaktionen schon 2008

Bereits zuvor gab es antiisraelische Protestaktionen während klassischer Konzerte in Großbritannien. Im August 2008 störte die "Scottish Palestine Solidarity Campaign" den Ablauf eines Konzertes des "Jerusalem String Quartets" in der Queen's Hall in Edinburgh.

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