Wenn die deutsche Sprache eine Seele hat, dann muss es ihr gestern warm ums Herz geworden sein. Denn da machte ihr der niederländische Autor Leon de Winter ein unwiderstehliches Kompliment.
Deutsch zu sprechen sei für ihn ein leiblich-körperliches Erlebnis, jeder Satz bereite ihm physiologische Lust, die sich über die Mund- und Zungenbewegungen vermittle. "Nur wer nicht mit der deutschen Sprache aufgewachsen ist, kann ermessen, was für eine wunderbare Erfahrung ein deutsches Sch ist."
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Das Wohlbehagen, mit dem er sprach, unterstrich seine Liebeserklärung aufs Glaubwürdigste. Der Schriftsteller Ilija Trojanow, in Bulgarien geboren, auf Deutsch schreibend und ohnehin ein Weltenbummler, fügte hinzu, die Deutschen hätten sich - wohl wegen ihrer Italienliebe - eingeredet, ihre Sprache sei nicht schön.
Je weiter man sich aber von Deutschland entferne, desto mehr werde die Schönheit des Deutschen gerühmt. In Indien gelte es als allbekanntes Musterbeispiel für Schönheit und Wohlklang. Diesen Blick von außen zu fördern, dafür gibt es seit 20 Jahren den Adelbert-von-Chamisso-Preis, der Autoren auszeichnet, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, die gleichwohl auf Deutsch schreiben.
Wie nun verkündet wurde, geht der Chamisso-Preis 2005 an Feridun Zaimoglu, der Förderpreis an Dimitré Dinev. Wir freuen uns mit und für die Autoren.
(SZ vom 8.10.2004)
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