Die Wut der Briten auf BP ist riesig, weil das Unternehmen Großbritannien vermeintlich so unverdient in Verruf gebracht hat. Und ausgerechnet das Tate Museum wird von BP gefördert.
Die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko belastet neben der Umwelt auch die Beziehungen zwischen den USA und Großbritannien. Die Briten sehen sich im Hinblick auf die Amerikaner gern in einer beratenden Rolle, wie sie die antiken Griechen vermeintlich für das römische Imperium spielten. Man fühlt sich durch Sprache, Geschichte und nicht zuletzt in der Ausrichtung der Wirtschaftspolitik enger mit den Vereinigten Staaten verbunden als mit den europäischen Partnern.
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Demonstranten schütten eine dunkle Flüssigkeit vor der Tate Modern aus, um gegen BP als Sponsor des Museums zu protestieren. (© afp)
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Da tat es natürlich besonders weh, als etwa die Stadt New Orleans angesichts der Ölkatastrophe kürzlich eine Kampagne mit dem Slogan startete: "Es ist nicht das erste Mal, das New Orleans die Briten überlebt hat". Und der "spritzende Geysir anti-britischer Rhetorik", den die Daily Mail-Kolumnistin Melanie Philipps bei Präsident Obama vor dessen jüngstem Treffen mit Premier David Cameron ausmachte, verbitterte gerade jene Briten, die den USA zugetan sind.
Warum müssen die Briten den Kopf herhalten?
Gern wird in Kommentaren darauf hingewiesen, BP stehe schon lange nicht mehr für "British Petroleum", sondern für "Beyond Petroleum". Warum müssen also gerade die Briten ihren Kopf dafür hinhalten, wenn ein multinationaler Konzern, der zufällig in London seine Zentrale hat, und dessen (mittlerweile in Amerika äußerst unbeliebter) Vorstandschef Tony Hayward zufällig Engländer ist, einen folgenschweren Fehler begeht?
Außer Zweifel steht, dass die Kritik an BP auf der Insel keineswegs leiser ist als anderswo. Die Wut auf das Unternehmen, das Großbritannien vermeintlich so unverdient in Verruf gebracht hat, ist groß. Das hat nun auch die Tate Britain in eine unangenehme Lage gebracht. Diese Woche feierte das Londoner Museum 20 Jahre der Förderung durch BP. Das nahm eine Protestgruppe zum Anlass, ihre eigene kleine Ölkatastrophe zu inszenieren: Sie schüttete vor dem Eingang der Tate Britain eine zähe, dunkle Flüssigkeit aus und bedeckte sie mit Vogelfedern.
Am gleichen Tag hatte ein Zusammenschluss von 171 Künstlern in einem offenen Brief an den Guardian scharfe Kritik an der Feier und der Fortsetzung der Sponsorenbeziehung zwischen Tate und BP geübt. "Diese Beziehungen ermöglichen es großen Ölgesellschaften, die umweltzerstörende Natur ihrer Aktivitäten mit der sozialen Legitimität zu maskieren, die mit solchen Partnerschaften assoziiert werden", so das Schreiben.
BP-Logo beschmutzt internationalen Ruf
Die Unterzeichner, darunter die Dramatikerin Caryl Churchill, der Karikaturist Martin Rowson, der Künstler Hans Haacke und der Musiker Matthew Herbert, bezeichnen sich als "Querschnitt von Menschen aus der Kunstszene, die der Ansicht sind, dass das BP-Logo den internationalen Ruf der Tate beschmutzt". Viele Künstler seien wütend über diese Partnerschaft. Der offene Brief zieht den Vergleich mit Tabakfirmen, die "vor wenig mehr als einem Jahrzehnt" noch als "achtbare Partner" öffentlicher Einrichtungen angesehen worden seien: "Das ist nicht länger der Fall. Wir hoffen, dass Öl und Gas schon bald in einem ähnlichen Licht gesehen werden."
Tate-Chef Nicholas Serota sagt zu den verschiedenen Protesten nur, dass in einem freien Land jeder demonstrieren dürfe. Der schottische Komponist und politische Rechtsausleger James MacMillan zürnt im Daily Telegraph ominöser Weise, es gehe den BP-Kritikern ja nur um "Grenzüberschreitungen". Guardian-Kritiker Jonathan Jones aber verteidigt das Recht der Tate, Geld von BP zu nehmen.
Angesichts der bevorstehenden Subventionskürzungen komme es vor allem darauf an, die Museen offen und den Eintritt gratis zu halten: "Wenn sie dafür Geld von Satan persönlich bekämen, sollten sie es tun." Die offensichtlichste Frage hat in der Diskussion allerdings noch niemand gestellt: Wenn die Förderung durch BP eine solche Schande darstellt, warum beginnt der Protest erst nach 20 Jahren?
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(SZ vom 01.07.2010/luc)
Umweltstiftung WWF in der Kritik
Ich lebe hier in Mississippi und die Nachrichten sind mehr denn schwach und das seit vielen Wochen. Die meisten Bilder und Videos kommen von der Facebook Seite: Boycott BP, mit ueber 765.000 Mitgliedern der sind viele mit diesen Namen aber nur eine Seite mit sovielen Leuten!
Was ich wirklich sagen moechte, ist das gestern abend die News Media (ac360.com) berichtete, das niemand mehr naeher zu den veroelten beaches oder Tieren erlaubt ist ! Die koennen nicht naeher denn 65 feet kommen oder die muessen mit einer Verhaftung und $40.000 Strafe rechnen und das sind neue Government Rules!!!
Die Nachrichten waren zuvor schon wirklich schlecht, nun werden wir fast gar nichts mehr sehen und muessen fuer uns selbst raus finden was wahr ist, weil fast niemand hier an den News Channels spricht die fulle Wahrheit, BP hat ihre finger ueberall !!!
BP scheint sich ja nicht nur im Bereich Kunst als Sponsor zu betätigen, das scheint in Bezug auf die gesamte Presse ebenfalls der Fall zu sein.
Wie sonst könnte es sein, dass wir, die Öffentlichkeit jetzt seit Tagen keine Informationen zum Stand im Golf von Mexiko mehr erhalten.
Während gleichzeit höchst alarmierende Videos und Meldungen im Internet auftauchen, nämlich dass das gesamte Szenario bereits außer Kontrolle geraten ist, weil rund um das Borloch am Meeresboden Risse entstanden sind, aus denen das Öl ausströmt. Das wäre eine Katastrophe, wie sie von Menschen nicht mehr beherrschbar ist. Weiterhin gibt es in Geologenkreisen fundierte Befürchtungen, daß der Meeresboden an dieser Stelle einsinken könnte mit unvorstellbaren Vorstellungen für die Region und den Atlantik.
Darüber hinaus gelangen gerade gewaltige Mengen umstrittener giftiger Dispersionsmittel, die mit dem Öl vermischt werden, in den Atlantik und damit demnächst in unseren Nahrungskreislauf. Nicht zu vergessen, dass der Golfstrom, der dort seinen Anfang nimmt, das Öl demnächst bis nach Europa transportieren wird. Aber in der Presse - das große Schweigen.
Anm.: googeln Sie zum Thema "Risse im Meeresboden".
Die nun eine riesige Küste bis auf weiteres mit tödlicher Sicherheit versiegelnde Schmiere hat nun auch den Ruf erreicht und dieses Imagedebakel wird die verendenden Tiere und verzweifelten Menschen kaum interessieren, die für die immer noch ständig sprudelnde Bedrohung noch kein Mittel finden konnten, dass wenigstens das Schlimmste abwendet.
Wer sich hier um Images Sorgen macht, hat den Ernst auch seiner Lage nicht begriffen und der Zorn der Amerikaner kann noch ganz andere Dimensionen annehmen als die Empörung von Briten über ein völliges Abdriften eines längst nicht mehr so heilen Images.
Not "Beyond Petroleum" no, it's "BIOLOGIC POLLUTION" !!!