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Bernardo Bertolucci zum 70. – Ein letzter Kaiser
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Der Film seines Lebens, das muss Red Harvest gewesen sein, die Verfilmung von Dashiell Hammetts Roman. Er hat von dem Projekt seit dem Ende der Sechziger geträumt und noch Mitte der Achtziger, als er weltberühmt war und bereit für internationale Koproduktionen, er versucht es auf die Beine zu stellen, aber dann hat er doch nur den Letzten Kaiser gemacht, einen sagenhaften Erfolg damit gehabt und den Oscar bekommen. Ein Traumprojekt, das nie realisiert wurde, ein idealer Film, der in allem stecken mag, was er drehen mochte und konnte, wie eine universelle Schablone, eine Blaupause, nur dass die Abweichungen davon nie zu übersehen waren, manchmal schmerzlich und schrill.
Der Clash von Faschismus und Kommunismus, als große Oper in Szene gesetzt in der Landschaft der Emilia, mit Seitenblick auf Hollywood: Sterling Hayden, Robert de Niro und Donald Sutherland sind die Stars. Es war ein merkwürdig nichtiges Projekt, der Film eines Mannes, der tabula rasa gemacht hatte.
Text: Fritz Göttler, Süddeutsche Zeitung vom 16.3.2010/ Bildauswahl sueddeutsche.de/ Foto: Szene aus "Der letzte Kaiser", Verleih
15. März 2010, 13:26 2010-03-15 13:26:00 ©