Die deutsche Liebesgeschichte "Gegen die Wand" von Fatih Akin ist mit dem Goldenen Bären für den besten Film der 54. Berlinale ausgezeichnet worden. Damit gewann nach 18 Jahren wieder eine deutsche Produktion die höchste Auszeichnung des Festivals.

Der Film schildert beeindruckend die Geschichte einer jungen Deutschtürkin, die einen älteren Landsmann heiratet, um ihrer religiösen Familie zu entkommen. Damit gewann erstmals nach 18 Jahren wieder eine deutsche Produktion die höchste Auszeichnung des Festivals. 1986 wurde "Stammheim" von Reinhard Hauff mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet.

Liebe und Eifersucht in der zweiten Migrantengeneration: Birol Uenel und Sibel Kekilli (rechts) in "Gegen die Wand" (© Foto: dpa)

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Der Film "Lost Embrace" des Argentiniers Daniel Burman wurde mit einem Silbernen Bären prämiert. Zur besten Darstellerin wurden gleich zwei Schauspielerinnen gewählt. Der Preis ging zu gleichen Teilen an die Kolumbianerin Catalina Sandino Moreno für ihre Rolle in "Maria voll der Gnade" und die Südafrikanerin Charlize Theron, die in dem Film "Monster" eine Serienmörderin verkörpert. Für diese Rolle hatte die 28-Jährige 14 Kilogramm zugenommen und wohl eine der eindrucksvollsten Verwandlungen der Filmgeschichte durchgemacht.

Bester Darsteller: Daniel Hendler

Zum besten Darsteller wählte die siebenköpfige Jury unter Vorsitz der amerikanischen Oscarpreisträgerin Frances McDormand den aus Uruguay stammenden Daniel Hendler. In dem Film "Lost Embrace" verkörpert er einen jungen Mann, der in Buenos Aires auf Identitätssuche ist. Er will verstehen, warum sein Vater kurz nach seiner Geburt die Familie verlassen hat, um für Israel zu kämpfen.

Zum besten Regisseur kürte die Jury den Koreaner Kim Ki-Duk für "Die Samariterin". Der Film spielt im Prostituiertenmilieu. Weitere Silberne Bären gingen für die beste Filmmusik an Banda Osiris für "Erste Liebe" und für die beste künstlerische Leistung an das Schauspieler-Ensemble der schwedischen Produktion "Morgengrauen" von Björn Runge.

Bester europäischer Film: "Morgengrauen"

"Morgengrauen" erhielt auch den Preis "Der Blaue Engel" für den besten europäischen Film. Mit dem Alfred-Bauer-Preis für einen Erstlingsfilm wurde Joshua Marston für "Maria voll der Gnade" ausgezeichnet. Insgesamt starteten 23 Filme im Wettbewerb. Am Abend sollte die feierliche Preisverleihung im Berlinale-Palast am Potsdamer Platz stattfinden und als Abschlussfilm Stephane Vuillets "25 Grad im Winter" gezeigt werden. Die Berlinale endet am (morgigen) Sonntag mit einem Publikumstag.

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(AP)