Deutschlands bekanntester Seelentröster, Fachmann fürs Weg-, Los- und Zulassen, ist der erfolgreichste christliche Autor weltweit: Eine Begegnung mit Anselm Grün.
Es gibt ihn also wirklich: Im Kloster Münsterschwarzach schreitet Pater Anselm Grün den Flur entlang, einfach so, als ganz gewöhnlicher Mensch, was im ersten Moment geradezu erstaunlich wirkt. Seinem Publikum lächelt er sonst von CD-Covern und Buchdeckeln zu. Weise, glückumstrahlt und weltentrückt, als mystische Heiligengestalt mit Rauschebart und Mönchskutte.
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Der Wahnsinnsmensch: Benediktinermönch Anselm Grün. (© Foto: dpa)
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Der irdische Teil von Anselm Grün hat gerade den 65. Geburtstag gefeiert. Es ist ein freundlicher, distanzierter, fast schüchterner Mann, der im Besucherraum des Klosters mit dem bräunlichen Filzboden sitzt und überlegt: Wie heißt sein neuestes Buch doch gleich wieder? Nein, es sind nicht die "Stationen meines Lebens". Es ist das "Große Buch vom wahren Glück", das Anfang des Jahres beim Herder-Verlag in Freiburg erschienen ist.
Man kann schon mal den Überblick verlieren nach 30 Jahren und 250 oder 300 Titeln. So genau vermag auch Anselm Grün nicht mehr zu sagen, wie viele Bücher er geschrieben hat. Die Gesamtauflage beträgt mittlerweile mehr als 16 Millionen Stück in 32 Sprachen. Er ist damit nicht nur Deutschlands bekanntester Seelentröster, Fachmann fürs einfache Leben, fürs Weg-, Los- und Zulassen, sondern auch noch der erfolgreichste christliche Autor weltweit.
Ein wahrer Glücksbringer für den Herderverlag, bei dem allein neun Millionen Exemplare erschienen sind. "Ein Wahnsinnsmensch", schwärmt eine Mitarbeiterin des Verlags über ihn. "Er sichert unsere Existenz."
Das gilt auch für das unterfränkische Benediktinerkloster Münsterschwarzach, an das er die Tantiemen abführt. Konkurrenz in der spirituellen Abteilung der Buchhandlungen machen ihm allenfalls noch der vietnamesische Zen-Mönch Thich Nath Hanh und der Esoteriker Eckhart Tolle, ein gebürtiger Dortmunder, der in Kanada lebt und sich für zutiefst erleuchtet hält.
Weil Grün als Mönch ein geregeltes Leben führt, schreibt er zweimal in der Woche an seinen Bestsellern, und zwar dienstags und donnerstags, jeweils von sechs bis acht Uhr morgens. Das sei eine Art von Meditation für ihn, sagt er. Mehr Zeit hat er nicht, schließlich ist er im Hauptberuf Verwalter des Klosters mit 163 Mönchen und 20 Wirtschaftsbetrieben. Die Mußestunden reichen auch nicht einmal ansatzweise aus, um die Nachfrage nach der Marke Grün zu decken.
Zweimal schon hat er ein Buch über Stille verfasst. Für ein drittes Buch fällt selbst ihm nichts mehr ein, obwohl Herder gerne Nachschub hätte. Er müsse schon aufpassen, dass er nicht zum Sklaven des Verlags werde, seufzt er.
Lesen Sie weiter auf Seite 2, warum Grün so erfolgreich ist.
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kommt auf die art an, wie die bescheidenheit gelebt ist.
es gibt echt bescheidene menschen und solche, die die bescheidenheit nur aufsetzten um noch mehr lob zu erhaschen. AG gehoert sicher nicht zu den letzteren.
statt einem Phaeton!
aus dem Kirchenalltag. Auch das ist zu begrüssen und gehört zur ganzen Wahrheit, wenn es diese überhaupt so gibt.
... die schlimmste Form der Eitelkeit.
Charles Eugène Vicomte de Foucauld (1858 1916)