Bénédicte Savoy über das Humboldt-Forum "Das Humboldt-Forum ist wie Tschernobyl"

Bénédicte Savoy, 45, lehrt Kunstgeschichte an der TU Berlin und am Collège de France. 2016 erhielt sie den Leibniz-Preis.

(Foto: Anja Berghäuser)

Die Kunsthistorikerin Bénédicte Savoy trat nach zwei Jahren aus dem Expertenbeirat des deutschen Großprojekts in Berlin aus, weil sie ihn als bloße "pro-forma-Veranstaltung" empfindet. Eine Bilanz.

Interview von Jörg Häntzschel

Am Mittwoch wurde der Vertrag von Neil MacGregor als Berater des Humboldt-Forums bis 2019 verlängert. Dennoch hält der Unmut über das Großprojekt an. Wir sprachen darüber mit der renommierten Kunsthistorikerin Bénédicte Savoy, die den Expertenbeirat des Humboldt-Forums vor wenigen Tagen verließ.

SZ: Warum haben Sie sich entschlossen, den Expertenbeirat zu verlassen?

Bénénedicte Savoy: Es war ein Frust, der sich über Monate angesammelt hatte. Er rührt vor allem daher, wie mit diesem Gremium umgegangen wurde. Den Beirat gibt es ...