"Belcanto-Königin" Gruberová zum 65. "Manchmal möchte ich Mutter Teresa sein"

Mit schwierigsten Gesangspartien und treffsicheren Koloraturen hat sie sich in die Herzen der Opern-Fans gesungen: Die Sopranisten Edita Gruberová gilt als Wunder stimmlicher Konstanz. Abseits der Bühne trat sie als Botschafterin der SOS-Kinderdörfer für eine bessere Welt ein. An diesem Freitag feiert sie ihren 65. Geburtstag.

Es gehe vor allem um die Reife, sagte die Opernsängerin Edita Gruberová einmal nach einem Auftritt in Wien. Die Kunst sei es, "nicht nur die Töne einfach zu singen, sondern wirklich die abgründigsten Gefühle der Partie zu erleben".

Mit ihrer direkten kraftvollen Stimme sang sich Edita Gruberova nicht nur in die Herzen der Opern-Fans sondern begeisterte ebenso die Kritiker, die sie als "Königin des Belcanto" feiern. Hier ist sie als Elisabetta I. in Donziettis "Roberto Devereux" an der Wiener Staatsoper zu sehen.

(Foto: DPA)

Mit dieser intensiven, leidenschaftlichen Gestaltung ihrer Figuren hat sich die aus Bratislava stammende Sängerin von der slowakischen Provinz in die ersten Häuser der Opernwelt hochgesungen. Am heutigen Freitag wird Edita Gruberová 65 Jahre alt.

Mit ihren Sopran-Passagen hat sie Maßstäbe gesetzt. Die schwierigsten Koloraturpartien der Opernliteratur wurden zu den zentralen Rollen der gebürtigen Slowakin, die mit ihrer direkten kraftvollen Stimme nicht nur Opern-Fans sondern ebenso Kritiker begeistern konnte.

Als "Königin des Belcanto" oder als "Slowakische Nachtigall" wird sie gefeiert und die Süddeutsche Zeitung erfand für sie gar den Titel "Primadonna assoluterova". Ihre Interpretation der Titelpartie in Donizettis Oper "Lucia di Lammermoor" gilt ebenso wie ihre Zerbinetta in Richard Strauss' "Ariadne auf Naxos" als unerreicht. An allen wichtigen Häusern dieser Welt hatte sie Auftritte, gewann Preise und viele Auszeichnungen.

Noch während ihrer Ausbildung stand sie am Nationaltheater in ihrer Heimatstadt auf der Bühne, es folgte ein erstes Engagement in Banska Bystrica in der Slowakei. Von dort gelang der 23-Jährigen der Sprung an die Wiener Staatsoper, wo die junge Sängerin zum Publikumsliebling avancierte und doch erst spät von der Presse wahrgenommen wurde.

Die "Zerbinetta" war es schließlich, die ihr zum internationalen Durchbruch und zu zahlreichen Gastspielen in aller Welt verhalf. Mittlerweile hat sie in mehr als 40 Jahren über 700 Vorstellungen auf ihrer Stammbühne in Wien absolviert und ist Ehrenmitglied des Hauses.

Doch nicht nur Wien ist das musikalische zu Hause der Edita Gruberová. Bei vielen wichtigen internationalen Opernfestspielen wie in München, Mailand oder New York ist sie regelmäßiger Gast und gern gehörter Gast und ist zudem als Liedsängerin gefragt.

Mit ihrer Musik will sie auch über die Opernbühne hinaus wirken und die Welt ein wenig besser machen, sagt die Künstlerin: "Manchmal möchte ich eine Mutter Teresa sein. Aber ich schaffe es nicht". Ihre Popularität hat Edita Gruberová stehts auch genutzt um weniger gespielte Werke zur Aufführung zu bringen, die im oft allzu kanonisierten Spielplan-Geschäft der Opern-Welt keinen Platz finden.

Das Phänomen der Oper

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