Bekannter Sprayer aus Hamburg "OZ" tödlich verunglückt

Walter Josef F. alias OZ hält sich in der Außenstelle des Hamburger Landgerichts ein Schild vor sein Gesicht.

(Foto: DPA)

Walter Josef F. alias "OZ" war Deutschlands bekanntester Sprayer - nun starb er auf den Gleisen. Allein in Hamburg hat er seinen Künstlernamen etwa 120 000 Mal hinterlassen und die Debatte befördert, ob Graffiti als Kunst oder Sachbeschädigung zu werten ist.

  • Deutschlands bekanntester Sprayer "OZ" ist tödlich verunglückt.
  • Der 64-Jährige sei bei einem Zugunfall ums Leben gekommen, sagte eine Sprecherin der Hamburger Polizei.
  • Von Gerichten wurde der Sprayer mehrmals wegen Sachbeschädigung verurteilt.

Umstände des Unglücks

Die Leiche von Walter Josef F.s alias "OZ" wurde nach Angaben der Bundespolizei am Donnerstagabend an der S-Bahnstrecke zwischen Hauptbahnhof und Berliner Tor entdeckt. Der 64-Jährige sei von einem Zug erfasst worden. Am Unglücksort habe eine Sprühdose gelegen. Das Tag (Schriftzeichen) "OZ" war an der Abdeckung einer Stromschiene zu sehen.

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Markenzeichen "OZ" 120 000 Mal in Hamburg

Sein Künstlername "OZ" und sein gesprühtes Markenzeichen, der kindliche Smiley, fanden sich rekordverdächtige 120 000 Mal auf Hamburgs Wänden, hinzu kamen zahllose naive Malereien: farbige Punkte, kleine Spiralen. Anhänger des FC St. Pauli entrollten beim Derby sogar ein Banner mit der Aufschrift "Free OZ", dazu ließen sie bunte Luftballons steigen.

"OZ" vor Gericht

Von Gerichten wurde der Sprayer mehrmals wegen Sachbeschädigung verurteilt und hat bis 2007 deswegen insgesamt mehr als acht Jahre lang in Haft verbracht. Anfang 2012 und im Mai 2013 war er zu Geldstrafen verurteilt worden. Seine Taten hatten die Debatte befördert, ob Graffiti als Kunst oder Sachbeschädigung zu werten ist.

Punkt, Punkt, Opa, Strich

Auf 120.000 Stück schätzt die Polizei das Gesamtwerk des Graffiti-Sprayers "OZ" - viele vermuten eine ganze Bande hinter dem Kürzel. Aber dann steht ein ergrauter, erkälteter Mann vor einem, der mit hessischem Akzent ein wenig nuschelt. Ronen Steinke mehr ...