Bayerische Staatsoper Petrenko kommt

Die Entscheidung ist gefallen - pro Opernwundermann: Der russische Dirigent Kirill Petrenko tritt die Nachfolge von Kent Nagano an. Er wird neuer Generalmusikdirektor an der Bayerischen Staatsoper.

Um das Ende seines Vorgängers als Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper sind viele Gerüchte im Umlauf gewesen - von unwürdigen Bedingungen ist die Rede, die Kent Nagano letztlich zum Amtsverzicht gedrängt haben sollen.

Neue musikalische Leitung für München: Kirill Petrenko dirigiert 2006 den Rosenkavalier an der Komischen Oper Berlin.

(Foto: picture-alliance/ ZB)

Seit wenigen Minuten ist nun bekannt, dass der russische Dirigent Kirill Petrenko von 2013 an die musikalische Leitung der Bayerischen Staatsoper übernehmen wird. Der bayerische Kunstminister Wolfgang Heubisch (FDP) hat die Personalie bekanntgegeben. Schon im Vorfeld hatte sich diese Entscheidung als wahrscheinlich abgezeichnet.

Der 1972 im sibirischen Omsk geborene Petrenko kam 1990 nach Österreich, deutschlandweit fiel er zum ersten Mal auf, als er vor neun Jahren den Ring des Nibelungen an vier aufeinanderfolgenden Tagen dirigierte. Die Aufführung fand im thüringischen Meiningen statt, wo er seit 1999 als Generalmusikdirektor angestellt war. Im Jahr darauf wechselte er an die Komische Oper in Berlin, die er 2007 wieder verließ. Er arbeitete frei und wurde in dieser Phase immer bekannter.

Angebote für eine neue Generalmusikdirektur hat er in den vergangenen Jahren mehrfach abgelehnt - im Fall des Münchner Opernhauses scheint er es sich nun anders überlegt zu haben.

Sein Vorgänger Kent Nagano hatte Anfang Juli seinen Rückzug erklärt. Zuvor hatte Bayerns Kunstminister Heubisch signalisiert, er wolle den Vertrag mit dem US-Stardirigenten nicht verlängern. Hintergrund, so heißt es, dürften Unstimmigkeiten zwischen Nagano und dem Opernintendanten Nikolaus Bachler gewesen sein. Der Generalmusikdirektor und der Opernintendant bilden in München eine Doppelspitze. Ein Machtgefüge, mit dem sich von 2013 an nun wohl Kirill Petrenko zurechtfinden muss.