Ausstellung Meister und Maestro

(Foto: Wilfried Hösl)

Den obigen Anblick sieht der normale Opernbesucher selten. Kirill Petrenko als kleiner euphorischer Drache, wie von Rembrandt gemalt. Ist aber nicht gemalt, sondern ein Foto des Herren daneben, Christoph Brech. Das Foto gehört zur Dauerausstellung im Freunde-Foyer des Nationaltheaters, welches bislang bekannt war unter dem Namen "Aussegnungshalle", aber das soll nun vorbei sein. Und fragt man den lustig feixenden Petrenko am Abend der Vernissage, gleich nach dem von ihm geleiteten Akademiekonzert, nach dem Bild da oben, passieren zwei lustige Dinge. Erst versteckt er seinen Kopf hinter seinen Händen, als wolle er unsichtbar werden. Dann sagt er, er müsse das noch üben. Nicht das Verschwinden, sondern die Pose auf dem Foto, das ihn selbst in seiner Pose beim Dirigieren zeigt. Das ist höhere Dialektik. Einfacher ist da die Tatsache, dass es nun eine Bar gibt, in der langgesteckten, in mehrere Ebenen unterteilten Halle und Bauhaus-Lederbänke, auf denen man herrlich rasten kann mit seinem Gläschen Schampus in der Hand, auf dass hier nie wieder Leichenstimmung aufkommen möge. Zu verdanken ist diese Wandlung den "Freunden des Nationaltheaters", die für Geld die Neugestaltung locker gemacht haben. Nikolaus Bachler, der Intendant, betont, was en passant ebenfalls aus dem früher viel geschmähten Durchgang geworden ist: "ein schöner Ort, an dem sich auch das Orchester des Hauses endlich einmal würdig repräsentiert sieht". Denn es hängt nun nicht nur das Konterfei des Generalmusikdirektors dort an den frisch getünchten Wänden, auch die anderen Musiker hat Brech in malerischen Momenten festgehalten. Bernhart Schwenk von der Pinakothek der Moderne, erklärt in seiner Rede Brechs künstlerische Finesse dabei. Für die wurde der Münchner schon oft ausgezeichnet. Für sein Geschick im Umgang mit Fabelwesen dürfte bald der nächste Preis fällig sein.