Ausstellung Sprache Deutsch

Worthülsen in schwach beleuchteten Vitrinen: Das Deutsche Historische Museum in Berlin will die Sprache ergründen und verliert sich in Bedeutungslosigkeit.

"Tief, rätselhaft, dramatisch vortrefflich behandelt" schreibt Goethe 1806 in seiner Besprechung von "Des Knaben Wunderhorn" über "Großmutter Schlangenköchin": 14 Zweizeiler, abwechselnd sprechen Mutter und Kind. Das Kind ist von der Großmutter vergiftet worden und klagt es der verzweifelten Mutter. "Maria, wo soll ich dein Bettlein hin machen? / Maria, mein einziges Kind! // Du sollst mir's auf dem Kirchhof machen./ Ach weh! Frau Mutter, wie weh!" Eduard Mörike hat sich davon eine Abschrift gemacht, auch er war offenbar berührt. Aber was bedeutet dieses Manuskriptblatt nicht literatur-, sondern sprachgeschichtlich? Rätselhaft.

Marie Marcks, Heidelberg Gequälte Sprache 1987.

19. Januar 2009, 10:58 2009-01-19 10:58:00  ©