Moeko Ishida  Sammlung Werkbundarchiv - Museum der Dinge
Von Ruth Schneeberger, Hamburg

Was ist Kitsch, was ist Kunst, was kann weg und was muss bleiben? Die Ausstellung "Böse Dinge - Enzyklopädie des Ungeschmacks" und deren Rezeption zeigt: So einfach ist die Frage nach dem guten Geschmack dann doch nicht. Trotz Wackel-Penis, Unterleibs-Aschenbecher und Vergleichen mit dem Dritten Reich.

Die Bild-Zeitung titelt artgerecht: "Was macht der Wackel-Penis im Museum?", lässt die Frage dann aber doch so gut wie unbeantwortet. Die Welt hält hierzulande für böse, was als hässlich gilt. Und Spiegel Online attestiert Gustav Pazaurek, dem Ideengeber der Ausstellung im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe, gar "Wortgewalt" und lobenswerte Leidenschaft. Und damit gehen alle bisherigen Rezensenten dem reißerischen Titel der Schau auf den Leim: "Böse Dinge".

Mit Schmucksteinen verziertes Handy, Entwurf: Moeko Ishida, Deco Loco, 2009, Kategorie: Ornamentwut und Schmuckverschwendung, Sammlung Werkbundarchiv - Museum der Dinge, Berlin

Bild: Armin Herrmann / MKG

17. Mai 2013, 11:58 2013-05-17 11:58:02  © Süddeutsche.de/rus/ihe/leja

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