Fast 2000 Jahren und dem Feuer hat Pompeji getrotzt. Doch nun verfällt die am besten erhaltene römische Siedlung zusehends. Italien zieht die Notbremse.

Die legendären archäologischen Ausgabungsstätten von Pompeji sind vom Verfall bedroht. Menschenmassen und die nachlässige Pflege der Anlage scheinen dem römischen Erbe nachhaltig zu schaden. Jetzt sieht sich die italienische Regierung zum Handeln gezwungen.

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Im Dunkeln und beleuchtet, erstrahlt Pompeji noch im alten Glanz. Bei Tageslicht betrachtet, liegt einiges im Argen. (© Foto: AP)

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Auf Empfehlung des italienischen Kulturministers Sandro Bondi hat der Ministerrat in Rom den Ausßnahmezustand über der Grabungsstätte verhängt. Bondi hatte die Lage in Pompeji zuvor als "dramatisch" eingestuft.

In der offiziellen Erklärung aus Rom heißt es, man wolle mit dieser Maßnahme das immens wichtige kulturelle Erbe mit außergewöhnlichen Mitteln und Kräften vor dem drohenden Verfall retten.

Damit sei nicht der Verfall der eigentlichen historischen Ausgrabungsstätte gemeint, betonte die zuständige Behörde in Neapel, sondern der sorglose Umgang mit der Anlage. In einer Erklärung hieß es, es gehe vielmehr um die mangelnde Überwachung, Fehlen von Kanalisation und Gehwegen, mangelnde Veterinäraufsicht und die Schließung des einzigen Restaurants.

Um der Lage Herr zu werden, hat die Regierung in Rom beschlossen, einen Sonderbeauftragten für die Erhaltung der Kulturstätte zu ernennen.

Pompeji war im Jahre 79 nach Christus bei einem Ausbruch des Vesuv vollständig unter Asche begraben worden und ist die am besten erhaltene römische Siedlung weltweit. Seit 1860 finden systematische Ausgrabungen statt. "Pompeji ist der Grundstein unseres Tourismus", sagte ein Vertreter der Regionalbehörden der Tageszeitung Corriere della Sera.

Jährlich besuchen etwa 2,5 Millionen Touristen, Archäologen und Historiker die antike Sehenswürdigkeit. Nach Angaben der italienischen Tageszeitung La Repubblica ist Pompeji damit weltweit die meistbesuchte archäologische Ausgrabungsstätte.

Seit Jahren wird die geringe Aufmerksamkeit bemängelt, die der Instandhaltung der Funde gewidmet wird. Die Anlage werde vernachlässigt, sie sei vermüllt, voller Unkraut und der Witterung schutzlos ausgeliefert.

Der jetzt verhängte Ausnahmezustand soll vor allem den Weg für die Bereitstellung von Geldern freimachen. Nach Angaben der italienischen Regierung soll er vorerst für ein Jahr gelten.

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(sueddeutsche.de/Reuters/mst)