Arktis-Fotografien von RaxIm schmelzenden Eis

Dinge vor dem Verschwinden zu bewahren, das hat sich die Fotografie seit jeher zur Aufgabe gemacht. Der isländische Fotograf Rax dokumentiert in spektakulären Bildern die Landschaften der Arktis - und wie dort der Klimawandel sichtbar wird.

Im Mittelpunkt der Arbeiten von Ragnar Axelsson, der sich selbst Rax nennt, steht die Auswirkung der Klimaerwärmung auf die Arktis. Dabei ist er eher zufällig auf die Thematik gestoßen. Bei seiner ersten Reise nach Grönland im Jahr 1987 machte er sich noch keine Gedanken - damals "fror er nur die ganze Zeit", wie er scherzhaft anmerkt. Nun plant er ein Buch über die schmelzenden Gletscher. Denn nach sieben Jahren des Fotografierens arktischer Landschaften bemerkte er, dass das Eis immer dünner wird - dass es krank ist, wie es seine grönländischen Freunde ausdrücken. Und genau dieses Phänomen will er aufzeichnen.

Die Fotografie der zwei Grönländer vor dem Eisberg wirkt fast künstlich. Doch laut Rax sah die Szenerie auch in Wirklichkeit so intensiv aus, er habe an der Schwarz-Weiß-Fotografie kaum etwas verändert. Um Mitternacht im Scoresbysund (der Fjord heißt auf Grönländisch Kangertittivaq, die Siedlung Ittoqqortoormiit), sei das Licht sehr intensiv. Kein künstliches Licht störe die unzähligen Sterne und die Nordlichter am Himmel. Die Männer fanden Eisbärenspuren, Rax rief, sie sollten verharren. Rax stand mit seiner digitalen Schwarz-Weiß-Kamera in einer Eisspalte, als er das Foto aufnahm. Der Riss im Eis war binnen weniger Tage durch die Bewegung des Ozeans unterhalb der Eisdecke entstanden - ein ganz natürlicher Prozess.

Bild: RAX 24. Mai 2013, 11:542013-05-24 11:54:46 © Süddeutsche.de/ihe/leja