Günter Netzer und Gerhard Delling bekommen Konkurrenz: Die ARD will nach Informationen der Süddeutschen Zeitung bei der Fußball-EM Mehmet Scholl an die Seite von Reinhold Beckmann stellen.
Dem ein oder anderen passt es gerade ganz gut, dass die Fußball-Bundesliga derzeit ein paar sehr interessante und emotionale Themen hat, beispielsweise Franck Ribéry vom Tabellenführer FC Bayern München. Oder auch der neue Vermarktungsvertrag, den die DFL mit einem Leo Kirch nahe stehenden Unternehmen geschlossen hat. Oder das Schicksal von Jens Lehmann beziehungsweise das von Michael Ballack in der englischen Premier League.
Sympathieträger Scholl: Das Publikum in der Münchner Allianz-Arena feiert ihren Liebling nach der Auswechslung bei seinem Abschiedsspiel gegen den FC Barcelona. (© Foto: dpa)
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Da kann einer wie Mehmet Scholl schon mal in Vergessenheit geraten. Derzeit macht Scholl, der am Ende der vergangenen Saison als erfolgreichster Spieler des FC Bayern einen großen Ausstand aus dem Profigeschäft feierte, seinen Trainerschein in der Sportschule Oberhaching im Süden von München. 38 wird Scholl in diesem Jahr noch, und ein paar Gedanken hat er sich im Stillen offenbar gemacht über künftige Aufgaben.
Nach SZ-Informationen soll er im Juni das ARD-Team während der Fußball-Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz verstärken. Günter Struve, der ARD-Programmchef, habe das mit den Sportchefs neulich besprochen, und Scholl hat sein EM-Engagement jetzt auf Nachfrage der SZ bestätigt.
Er soll dabei Reinhold Beckmann assistieren, der im EM-Übertragungskonzept der ARD drei attraktive Spiele ohne deutsche Beteiligung präsentieren wird. Die Kooperation mit Scholl, den die ARD-Manager als Fachmann und Sympathieträger engagiert haben, gilt zunächst für die EM, anschließend wird möglicherweise neu verhandelt.
Seit 1998 analysieren der ehemalige Nationalspieler Günter Netzer und Moderator Gerhard Delling als kompetentes, oft schön verschrobenes Philosophenpaar für die ARD die Partien der deutschen Nationalelf.
Netzer/Delling gewannen den Grimme-Preis und wurden so erfolgreich, dass das ZDF ein Trio gegen sie setzte: 2006 bekamen dann Johannes B. Kerner mit den Experten Jürgen Klopp, Coach des Zweitligisten Mainz, und Urs Meier, ein emeritierter Schweizer Referee, den Deutschen Fernsehpreis für ihren Job bei der WM 2006 in Deutschland.
Und auch ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz soll sich mit personellen Veränderungen beschäftigen, allerdings für die Zeit nach der EM.
(SZ vom 11.03.2008/woja/gdo)
Partyzone Flußufer
Scholl als Sympathieträger und Fachmann engagiert - dadurch soll er wohl ein Gegengewicht zu Beckmann bilden.
...Mehmet, BITTE lass es sein !!!
...also ich freue mich. Mehmet ist mir lieber als ein Effe, der eh nur dummes Zeug erzählt.
Man kann nur hoffen, dass Beckmann mal gepflegt die ... hält.
Scholl macht den Trainerschein, Scholl wird Co-Kommentator beim Fernsehen, Scholl macht nun eben das, was ein großer Fußballspieler nach seiner aktiven Karriere halt so macht.
Das entzaubert ihn ein bisschen. Ich dachte immer, Scholl sei anders. Brauche das alles nicht. Geht lieber kegeln, mit den Stillers auf Tour oder legt im Atomic Café Platten auf. Auf jeden Fall wollte er ein "Low Profiler" sein, ein Credo, das er in den letzten Jahren seiner Karriere bereits konsequent gelebt hat. Ich fand das sehr sympathisch an ihm und hoffe, dass er sich jetzt nicht zu sehr von den Medien vereinnahmen lässt. Beckmann kommt das natürlich sehr zugute. Er ist als Fußball-Kommentator nicht unumstritten, mit Scholl könnte er sein Image aufpolieren. Nach dem Motto: ich gucke wegen Scholl und trotz Beckmann.
Ein Fußballtrainer ist Scholl aber nicht. In einem solchen Job könnte ich ihn mir nur schwer vorstellen und das wird er sich vermutlich auch nicht antun. Allerdings würde ich ihn gerne wieder öfter sehen, weil ich ihn wirklich mag. Als Co-Kommentator könnte er sicher auch ganz erfrischend und hilfreich sein, als Trainer würde er vermutlich bald das Handtuch werfen. Solche Jobs überlässt er besser den Klinsmanns, Labbadias, Baslers und, wenn's denn unbedingt sein muss, auch den Matthäus' dieser Welt.
da freue ich mich schon drauf!
Paging