Das Studio Soi existiert seit acht Jahren. Damals wurde es von Studenten der Filmakademie Baden-Württemberg, die ihren Sitz in Ludwigsburg hat, gegründet. Seitdem erwecken hier Kreative - die meisten von ihnen zwischen 30 und 40 Jahre alt - Zeichnungen, Skulpturen und Computerbilder mit Kameras und diversen Softwareprogrammen zum Leben. Ihre Hauptdarsteller sind mal sprechende Kakerlaken, mal Engel, die mit Kanonen in den Himmel geschossen werden. In den Regalen der Büroräume in dem ehemaligen Garnisonsgebäude stapeln sich zahlreiche internationale Trickfilmpreise.

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Kuchen statt Grütze

Während der Grüffelo-Film in Großbritannien bereits Kultstatus hat - die BBC zeigte ihn bereits vergangenes Jahr zu Weihnachten -, muss sich das deutsche Fernsehpublikum noch gedulden. Geplant ist die Erstausstrahlung im ZDF, an Weihnachten 2010. "Derzeit sind wir auf der Suche nach geeigneten deutschen Sprechern", sagt Jakob Schuh, der Regisseur. Statt Helena Bonham Carter, Robbie Coltrane oder John Hurt, die in der englischen Fassung den Figuren ihre Stimmen leihen, seien hierzulande Heike Makatsch, Christian Ulmen und Wolfgang Hess, die deutsche Stimme von Bud Spencer, im Gespräch.

Weitere Probleme müssen noch gelöst werden. "Was werden die deutschen Kinder dazu sagen, dass im Film statt der aus dem Buch bekannten ,Grüffelogrütze' nur ,Grüffelokuchen' zu sehen ist?", sagt Carsten Bunte, einer der Soi-Gründer. "Aber im englischen Original heißt es eben ,Gruffalo-Crumble', also zeigen wir das auch." Im Improvisieren sind die Soi-Leute Meister. Als ihnen während der Grüffelo-Dreharbeiten in der eigens in einer Lagerhalle aufgebauten Wald-Kulisse ein Kamerakran fehlte, bauten sie sich selber einen: aus Lego. "Wir hätten nicht genug Geld gehabt, uns ein professionelles Teil zu kaufen."

Dann ist es wieder still in der ehemaligen Kaserne unweit des Ludwigsburger Schlosses. Nur ein paar Computerventilatoren rauschen noch, das sanfte Klicken diverser Maustasten ist zu hören. Aus den Gesichtern derer, die hier Zeichentrickarmeen befehligen, leuchtet ein zufriedenes Grinsen. Ein Grinsen über die Absurdität des Daseins vielleicht, die es erlaubt, sich vollkommen verrückte Figuren auszudenken. Und diese sogar Wirklichkeit werden zu lassen.

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(SZ vom 08.06.2010/luc)