Die verflixte Aktualität: ARD bringt die "Breaking News" vom Amoklauf aus Winnenden mit Verzögerung. Auch SWR und ZDF senden erst mal heiteres Vormittagsprogramm.
Am Mittwochvormittag lief trotz des Amoklaufs in Winnenden im öffentlich-rechtlichen Fernsehen von ARD, SWR und ZDF weiter gewohnt freundliches Vormittagsprogramm ("In aller Freundschaft", "Sturm der Liebe"). Nachdem gegen 10.27 Uhr erste Eilmeldungen über die Agenturen kamen, brachte das ZDF etwa zehn Minuten später ein Laufband und um 11.12 Uhr ein "heute spezial". In der ARD ist der Südwestrundfunk (SWR) in Stuttgart der zuständige Landessender. Im SWR-Programm wiesen ab 10.50 Uhr Laufbänder auf die Tat hin, erst ab 12 Uhr kamen - nach "Eisbär, Affe & Co" - Berichte aus Winnenden in "Tagesschau extra", "Baden-Württemberg aktuell", "Südwest extra".
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Lange dauerte es, bis die Öffentlich-Rechtlichen mit ihrer Berichterstattung in Winnenden ankamen. (© Foto: afp)
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Die ARD brachte - nach einem Laufband um 10.50 Uhr - eine "Tagesschau extra" um 11.04 Uhr und ebenfalls erst kurz nach zwölf Uhr die ersten eigenen Bilder. Zuvor hatte die "Tagesschau" nur Material von anderen Sendern (mit dem Vermerk "Breaking News"), was in der ARD-Schaltkonferenz am Mittwoch zu großem Unmut führte, besonders Hauptstadt-Studio-Chef Ulrich Deppendorf wurde deutlich.
Die privaten Nachrichtenkanäle N24 und n-tv reagierten am Vormittag schnell mit Dauersendungen, ebenso CNN und BBC. Dort konnte man auch erfahren, dass der SWR-Sitz Stuttgart nur 20 Kilometer von Winnenden entfernt liegt.
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(SZ vom 12.3.2009/irup)
Partyzone Flußufer
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Dieser Artikel entlarvt welche Vorgaben sie offensichtlich für die online-Ausgabe haben.
Information ja, Medienhysterie nein, und nichts anderes passierte in Folge dieser schrecklichen Morde. Es ist tragisch was passiert ist und den Opfern und den Hinterbliebenen werden Sie mit solcher Berichterstattung nicht im geringsten gerecht. Es spielt eine vollkommen nebensächliche Rolle, wie schnell berichtet wird, Qualität, Achtsamkeit, Pietät wären in diesem Fall viel mehr angebracht... und all dieser Quatsch mit Verschärfung der Gesetzte, tun wir genug, damit so was verhindert wird: Auf Teufel komm raus zaubert jeder noch einen Experten aus dem Hut. Herrschaften, geht das doch bitte mit etwas mehr Ruhe an, schnelle Lösungen gibt es eh nicht. Die einzigen die gestern schnell sein mußten waren die Polizisten und die hatten offensichtlich aus den Erfahrungen von Erfurt gelernt und das passierte mehr oder weniger unter Ausschluß der Öffentlichkeit, gut so.
@queenB61:
Danke, endlich noch jemand, der das ausspricht, was viele Medien wohl aus Angst vor Selbstbeschmutzung nicht aussprechen.
Was will uns dieser Artikel sagen? Alle hatten schon Kaffee und der Praktikant mußte irgendwie beschäftigt werden?
Ein Hoch der Langsamkeit. Selbst mit nur der Hälfte aller Sondersendungen gestern, wäre es noch medialer Overkill gewesen. Die Opfer des nächsten Amoklaufes können sich vermutlich dann auch bei den Medien bedanken, denn mediale Aufmerksamkeit ist genau das, was diese feigen und brutalen Mörder suchen.
Liebe SZ, ein Vorschlag für einen Artikel: Wie viel trägt die Sensationsberichterstattung zu solchen Taten bei?
Leute, wie schnell wollen wir noch werden?
Wie schnell muss die Gier nach dem "berauschenden Horror" befriedigt werden?
In der ersten Fassung des Artikels, "Merkt euch den Namen des Orts: Winnenden" habe ich einige orthographische Fehler entdeckt, die wohl auch darauf schließen lassen, dass es recht schnell gehen mußte. Soviel zum Thema Kritik durch die SZ.
Da wundert es nicht mehr, dass einige Menschen bei dem tempo auf der Strecke bleiben!
Mir ist es lieber, ich bekomme vernünftige Information, dafür ne Stunde später!
Paging