Alle Filme des Wettbewerbs der Berlinale 2013Im Strudel der Gefühle

Es geht um Lebenslügen, die Sehnsucht nach Liebe und die Wahrhaftigkeit: Die Filme im Wettbewerb der Berlinale behandeln das ganze Spektrum an menschlichen Emotionen. Oft stehen dabei Frauen im Mittelpunkt - und die gesellschaftlichen Verwerfungen, die die ganze Welt auf Trab halten.

Es geht um Lebenslügen, die Sehnsucht nach Liebe und die Wahrhaftigkeit: Die Berlinale startet an diesem Donnerstag und die Filme im Wettbewerb behandeln das ganze Spektrum an menschlichen Emotionen. Oft stehen dabei Frauen im Mittelpunkt - und die gesellschaftlichen Verwerfungen, die die ganze Welt auf Trab halten.

Camille Claudel 1915

Frankreich 2012, 97 Min., Regie: Bruno Dumont, Darsteller: Juliette Binoche, Jean-Luc Vincent

Um was es geht:

Das kalte Licht des Winters 1915. Einmal noch hebt Camille Claudel einen Stein auf und schaut ihn prüfend an. Es ist, als sähe man einer Bildhauerin bei der Arbeit zu: Doch sie wird den Stein wieder fallen lassen und nie mehr künstlerisch arbeiten. Die junge Frau fühlt sich verfolgt von ihren Neidern und von ihrem ehemaligen Liebhaber Auguste Rodin. Ihre Familie hat sie deshalb in einer psychiatrischen Anstalt im Süden Frankreichs untergebracht. Erzählt wird die Chronik ihres endlosen Wartens: auf Verständnis, auf Anerkennung ihrer Kunst und auf den geliebten Bruder, den Schriftsteller Paul Claudel.

Was macht den Film interessant?

Der Briefwechsel der Geschwister hat Bruno Dumont zu seinem Film inspiriert. Wieder arbeitet er auch mit nicht professionellen Darstellern. Geistig behinderte Menschen spielen die Insassen der Klinik und damit ein Stück ihrer eigenen Wirklichkeit. Nur selten verlässt die Kamera die dicken Gemäuer, hinter denen die Kreativität einer Frau verkümmert. Vielleicht liegt darin der eigentliche Wahnsinn.

Fotos und Texte: Festival

Bild: Festival 8. Februar 2013, 15:162013-02-08 15:16:13 © Süddeutsche.de/pak