Al Gores Klimafilm Unwahrheiten in der "Unbequemen Wahrheit"

Die Behauptung ist nicht gerade neu, wonach Al Gores preisgekrönter Film "Eine unbequeme Wahrheit" auch einige unbequeme Halbwahrheiten bis hin zu Fehlern enthalte. Neu ist aber, dass dies nun auch ein Gericht sagt.

Von Gerhard Matzig

Neu ist die Behauptung ja nicht gerade, wonach Al Gores preisgekrönter Film "Eine unbequeme Wahrheit" auch einige unbequeme Halbwahrheiten bis hin zu wissenschaftlichen Fehlern enthalte.

Gore - "The Goracle", wie er von Freund und Feind gern genannt wird - polarisiert das Publikum mit seinem Dokumentarfilm über die Ursachen und Folgen des Klimawandels nicht erst seit jener denkwürdigen Oscar-Nacht. Neu ist aber, dass sich nun auch ein Gericht mit der Haltbarkeit der Gore'schen Thesen auseinandersetzen musste.

In Großbritannien, wo Gores suggestiv aufgeladene Dokumentation derzeit an mehr als 3500 Schulen in England, Schottland und Wales als Unterrichtsmaterial eingesetzt wird, hatte ein Mann namens Stewart Dimmock gegen die Verbreitung des Films in Klassenräumen geklagt. Laut Spiegel Online bezeichnete Dimmock, Vater zweier Schulkinder aus der Grafschaft Kent, den Film als "Gehirnwäsche", die an Schulen nichts verloren habe.

Der zuständige Richter Justice Burton vom Londoner High Court verteidigte allerdings Gores "weitgehend korrekten" Film. Allerdings müssen die Lehrer, die den Film zeigen, ihre Schüler nun auf neun "inhaltliche Fehler" aufmerksam machen, die der Film laut Burton enthalte.

Hinzuweisen sei jetzt etwa darauf, dass das Abschmelzen der Gletscher in der Westantarktis und in Grönland nicht "in naher Zukunft", wie Gores Film behauptet, die Meeresspiegel dramatisch ansteigen lasse - sondern eher in Jahrtausenden. Wenn es die Justiz sagt, muss es stimmen. Ob es aber gerecht ist, weiß man immer noch nicht.