Absage für Nominierung Kraftklub und MIA. wollen nicht zum Echo

Normalerweise wollen sie nur nicht nach Berlin - jetzt möchten die Mitglieder der Chemnitzer Band "Kraftklub" ihre Nominierung für den Musikpreis Echo zurückziehen, die Kollegen von "MIA." ebenso. Der Grund: Die Band "Frei.Wild" ist ebenfalls nominiert. Und wird der rechten Szene zugeordnet.

Die Nominierungen im Bereich "Rock / Alternative National" für den Musikpreis Echo sorgen für Ärger. Die Chemnitzer Band Kraftklub hat am Mittwoch auf ihrer Facebook-Seite angekündigt, nicht unter den Kandidaten bleiben zu wollen:

"Wir haben unsere Plattenfirma gebeten, dafür zu sorgen, daß unsere Nominierung für den Echo in der Kategorie "Rock/Alternativ National" zurückgezogen wird. Wir möchten nicht weiter in einer solchen Reihe genannt werden. Obwohl wir uns gefreut haben, zusammen mit Mia., Die Toten Hosen, Unheilig, und Die Ärzte nominiert gewesen zu sein. Schade um die schöne Aftershowparty ..."

Grund dafür ist die fünfte Band im Rennen, die in dem Posting nicht namentlich genannt wird: die Gruppe Frei.Wild, nominiert für das Album "Feinde deiner Feinde".

Frei.Wild werden dem Genre des "Identity Rock" zugerechnet und gelten als Teil der rechten Szene. Laut dem deutschen Rechtsextremismus-Experten Thomas Kuban ("Undercover unter Nazis") ist die Grenze zwischen eindeutigen Neonazi-Bands und Identitätsrock-Bands zwar längst fließend, in einschlägigen Neonazi-Foren werde die Band jedoch regelmäßig gelobt, wird Kuban vom Sender FM4 zum Hintergrund des Kraftklub-Verzichts zitiert.

Die Texte der Gruppe aus Südtirol sorgen immer wieder für Proteste und Gegenreaktionen. So zogen Frei.Wild erst vor wenigen Wochen ihre geplante Teilnahme am Metal- und Hardcore-Festival "With Full Force" in der Nähe Leipzigs zurück, nachdem Sponsoren ihre Unterstützung für die Veranstaltung storniert hatten.

Mittlerweile hat auch die Band MIA. - ebenfalls via Facebook - bekanntgegeben, von ihrer Echo-Nominierung "dankend Abstand zu nehmen", da das Weltbild von Frei.Wild "zum Kotzen" sei.

Die Echos werden am 21. März verliehen. Die Nominierungen basieren auf Verkaufszahlen. Wie derwesten.de meldet, sieht der Verband der Musikindustrie deshalb auch keine Möglichkeiten zu Veränderungen: "Aufgrund der Regularien und der dahinter liegenden Auswertung durch media control sind unsererseits keine Eingriffe in die Nominiertenliste zulässig", wird der Verband zitiert.