"Das Schicksal wollte es nicht anders ..." – Bernd Eichinger stimmt die deutschen Kinogänger auf den "Untergang" ein. Der Film zeigt die Endphase im Führerbunker, den Endkampf um die Reichshauptstadt Berlin. Zwölf Tage und zwölf Nächte, vom 20.April bis zum 2.Mai 1945. Terror und Tod, Bomben und Panzer, sinnlose Verteidigungsanstrengungen.
Herrschaften, es ist Zeit, der Sommer war sehr groß, mit herrlichem Sommerkino – „Troja“, „Shrek 2“, „Spider-Man 2“ – und vielerlei historischem Spektakel – sechzig Jahre Invasion in der Normandie, neunzig Jahre Erster Weltkrieg.
Nun kommt der Herbst und es soll der Herbst Bernd Eichingers sein. Am Montag hat er sein neues Werk „Der Untergang“ der Presse präsentiert, am 16. September wird der Film in die Kinos kommen.
Die Zeit war reif für so einen Film, hat Eichinger sein Unternehmen erklärt – er erzählt eins der düstersten und schaurigsten Kapitel der deutschen Geschichte, in einem Millionenfilm: 13,5 Millionen Euro Produktionskosten, die durch ein Millionenpublikum eingespielt werden müssen.
Man erlebt die Endphase im Führerbunker, den Endkampf um die Reichshauptstadt Berlin. Zwölf Tage und zwölf Nächte, vom 20.April bis zum 2.Mai 1945. Terror und Tod, Bomben und Panzer, sinnlose Verteidigungsanstrengungen. Zerstörung und Selbstzerstörung, in den brennenden, schuttüberladenen, nach Verwesung stinkenden Straßen.
Die Katastrophe der Stadt bildet den Hintergrund zu einem anderen schaurigen Schauspiel, dem Treiben im unterirdischen Führerbunker. Die letzten Tage im Leben eines Diktators, der selbst gar nicht mehr an den Endsieg glaubt, der über Treue und Verrat labert und Kuchen in sich hineinstopft, von Parkinson gezeichnet ist, mal wirkt er komplett geistesabwesend, mal schnaubt er vor Wut, nur den Frauen gegenüber ist er immer wieder ganz charmant.
Der Film basiert auf dem gleichnamigen Bestseller von Joachim Fest sowie den Erinnerungen von Hitlers Sekretärin Traudl Junge – der Film „Im toten Winkel“ von André Heller und Othmar Schmiderer hat sie populär gemacht. Sie fungiert als Bezugsperson, als Identifikationsfigur, ihrer Unschuld und ihrer Lernfähigkeit wegen.
„Der Untergang“ ist ein Film für die Nachkriegsgenerationen. Er wagt kühn den Blick zurück, will das in Bilder fassen, was eigentlich unvorstellbar ist – nicht nur für die Nachgeborenen. Er will eine (Kino-)Darstellung geben von Dingen, die mit den Kategorien von Realismus und Authentizität nicht zu fassen sind – unsere eigene Geschichte von innen erzählen, sagt Eichinger, und auch Emotionen zulassen.
Ein Genrestück, ein grotesker Totentanz. Aber auch eine Art historischer Voyeurismus, er zieht den Deckel weg von einer Büchse, in der das Dritte Reich eingesargt war – man ist im Innersten der Geschichte dabei, dort wo sich ihr die Sinnfrage nicht mehr stellt.
Das Thema Hitler hat nicht unbedingt Tradition im deutschen Kino – aber es ist auch keine absolute Leerstelle. Albin Skoda hat Mitte der Fünfziger einen naiven Hitler gegeben in G.W. Pabsts „Der letzte Akt“, Armin Mueller-Stahl hat ihn als Tattergreis, der seinen eigenen Tod überlebt, gespielt, Syberberg hat ihm eine – von Eichinger produzierte – ausgefeilte Phantasmagorie gewidmet.
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