Surrealismus-Ausstellung

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Vernunft ist auch keine Lösung

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surrealismus fotografie

Bloß nicht das Bürgerliche, mit allen Mitteln wider die Regeln: Mit sexuell aufgeladenen, rätselhaft verworrenen Fotos begehrten die Surrealisten gegen schwere Zeiten auf. Bilder einer Ausstellung.

Sind die Zeiten hart, sucht der Mensch gerne Zuflucht in seinen Träumen. Doch Flucht war einer Gruppe von europäischen Künstlern nach Ende des Ersten Weltkrieges nicht genug: Sie wollten die Welt von grundauf verändern. Die Schrecken des Krieges, die wirtschaftliche Not, die Desorientierung, all die kleinen und großen Katastrophen des beschädigten Alltags sollten nicht umsonst gewesen sein: Sie sagten dem bürgerlichen Lager, das doch so unmittelbar in den Krieg gezogen war, den Kampf an - und sie nutzten dazu die subversivste Waffe, die ihnen zur Verfügung stand: ihre Träume.

Erst ein paar Jahre zuvor war die Fotografie als Medium alltagstauglich geworden, war ein Traum wahr geworden, den Generationen von Künstlern zuvor jahrhundertelang unter größten Anstrengungen zu verwirklichen gesucht hatten: die realitätsgetreue Abbildung der Wirklichkeit. Bis dahin hatten Leinwand, Pinsel und künstlerisches Genie in unendlicher Perfektionierung immer näher an die Realität herangereicht - bis auf einmal durch eine technische Erfindung mit ein bisschen handwerklichem Geschick ein jeder die Wirklichkeit besser abbilden konnte als der talentierteste Künstler.

Nun, da mit der Fotokamera das Unmögliche möglich gemacht wurde, wurde das einstige Ziel zunehmend uninteressant. Der Dadaismus hatte schon rapide mit allen geltenden Regeln der Kunst gebrochen, mit allen Regeln überhaupt. Weniger aggressiv, dafür umso subversiver bildete sich nun heraus, was in den nächsten Jahren - und bis in unsere Zeit hinein - in der Kunst stilbildend sein sollte: der Surrealismus. Das Wilhelm-Hack-Museum in Ludwigshafen widmet der bedeutenden Kunstrichtung eine Ausstellung - und einen Bildband. Wir zeigen eine Auswahl der Fotos.

Text: Ruth Schneeberger/sueddeutsche.de/jja

Foto: Man Ray, Noire et blanche / Kiki mit Maske, 1926/um 1935, Silbergelatine, späterer Abzug, 18 x 23,2 cm, Galerie Kicken Berlin, © Man Ray Trust, Paris / VG Bild-Kunst, Bonn 2009

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