Und ewig schon bloggt das Web. Denn heutige "Online-Journale" sind im Wesentlichen nichts anderes als Ausdruck einer technischen Evolution in der Produktion von Netz-Texten. Schwafeln, Politisieren, Reflektieren - die unglaublichen Netz-Tagebücher von SZ-Autoren sind gestartet!
Gemeinsam ist diesen Formen die Möglichkeit zu Teilhabe und das, was medien-romantisch der Spirit der Community genannt wird. Foto:
Die Redakteure der Süddeutschen Zeitung und von sueddeutsche.de, die ab jetzt unter http://blog.sueddeutsche.de publizieren werden, bedienen nun auch jene Netz-Text-Genres, die man neuerdings als Graswurzeljournalismus bezeichnet.
Doch um anwachsende Geschwätzigkeit geht es hier nicht.
Vielmehr tragen wir der Tatsache Rechnung, dass immer wesentlich mehr Informationen um professionelle Journalisten schwirren, als selbst in eine große Tageszeitung passen. Und weil die Süddeutsche eine Autoren-Zeitung ist, haben wir Autoren der Süddeutschen gebeten, die Leser, also Sie, in persönlichen Blogs an diesen mitunter irren Info-Zirkulationen teilhaben zu lassen. Dazu haben wir nicht deren angestammte Ressorts im Netz widerspiegeln wollen, sondern jeden Autor gebeten, ihre nun in loser Folge eingehenden Beiträge unter ein selbst gewähltes Dach zu stellen. Schon, um nicht den Verdacht aufkommen zu lassen, lediglich weitere Kolumnen im Netz zu produzieren, die so auch in der Zeitung zu finden sein könnten. „Ich verstehe“, hat einer der künftigen Mit-Blogger gesagt, als man ihm das Projekt vorstellte: „Es wird eher schnell und schmutzig.“ Er hat verstanden.

Das Leben der Anderen
Der Louvre des Lachens

