Von Alexander Menden

Banksys größter Clou war, dass niemand wusste, wer er war. Doch nun soll der berühmteste Guerilla-Sprayer Englands enttarnt worden sein. Für seinen Marktwert wäre das ein herber Rückschlag.

Der Mann auf diesem Foto soll Banksy sein, Foto: privatGrossbild

Der Mann auf diesem Foto, das vor vier Jahren in Jamaika aufgenommen wurde, soll Banksy sein. (Foto: privat)

Die Leser der Sunrühmen die "Zugänglichkeit" seiner Kunst, und Hollywoodstars sammeln seine Werke, deren teuerstes im vergangenen Jahr für 153.000 Euro versteigert wurde.

Doch das größte Pfund, mit dem der Guerilla-Sprayer Banksy bisher wuchern konnte, war die Tatsache, dass niemand wusste, wer er war.

Als sicher galt nur, dass der Mann, der seit Jahren die Wände Londons mit Graffiti küssender Polizisten und anarchistischer Ratten versieht, aus Bristol stammt.

Doch ob er nun gelernter Anstreicher oder Metzger ist, Robin oder Robert Banks heißt, wie alt er ist und wo er wohnt - das alles war bisher Gegenstand fruchtloser Spekulation. Es gab nur einige Fotos und einen YouTube-Film, die ihn angeblich bei der Arbeit zeigten.

Der Mann hinter der Sprühdose

Doch mit der Anonymität könnte es nun vorbei sein: Die Mail on Sunday behauptet, Banksys wahre Identität aufgedeckt zu haben. Nach "gründlicher einjähriger" Recherche will die Zeitung einen gewissen Robin Gunningham als den Mann hinter der Sprühdose ausgemacht haben.

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Bildergalerie Der Bus nach Nirgendwo Rahmen
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Sollte die Zuordnung stimmen, dann wuchs Banksy zwar tatsächlich in Bristol auf, aber er ist keineswegs ein frecher Junge aus der Arbeiterklasse, sondern stammt aus der bürgerlichen Mittelschicht.

Gunningham, Sohn eines Managers und einer Sekretärin, besuchte die renommierte Bristol-Chathedral-Privatschule. Die Mail on Sunday zitiert Scott Nurse, einen ehemaligen Mitschüler Gunninghams, mit der Aussage, dieser sei "einer von drei Leuten" in seinem Jahrgang gewesen, die "künstlerisch sehr talentiert waren". "Es würde mich nicht wundern, wenn er Banksy wäre", so Nurse.

"Er war außerdem im Schul-Rugby-Team, und ich glaube, er spielte auch Hockey." Wo sich Gunningham selbst heute aufhält, fand die Mail nicht heraus.

Kein Kommentar

Wenn sich die Enttarnung als korrekt erweist, dürfte es in Zukunft für Banksy schwierig werden, seine Kunst unerkannt anzubringen. Teil seiner Attraktivität ist es ja, dass niemand weiß, wie es ihm etwa gelang, ungesehen die israelische Grenzmauer in der West Bank mit Bildern von Kindern zu verzieren, die Löcher in den Beton hacken.

Zudem wird es interessant sein, wie sich die vermeintliche Enttarnung auf den bislang gleichbleibend hohen Marktwert "echter Banksys" auswirkt. Eine Sprecherin Banksys hat es abgelehnt, den Bericht zu kommentieren.

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Tarnung im Alltag Ja, wo isser denn? Rahmen
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(SZ vom 15.07.2008/pak)

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Leserkommentare (4)



15.07.2008 18:43:43

Die_Grinsekatze: Die Mail on Sunday...

ist eigentlich ein Spielverderber.

Etwas wissen ist ja schön.

Aber damit angeben macht keinen Spaß.


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