FRITZ GÖTTLER

Diesen Film muss man allein schon deshalb sehen, weil darin wie niemals je zuvor - und danach auch bestimmt nie wieder - das Wort "Marderschaden" zerkrümelt wird. Ansonsten gehte es im Galapagostrott durch die Galaxis.

Die Schauspielerin Michaela Schaffrath hatte die Botschaft des Films bereits verstanden, obwohl sie ihn noch gar nicht gesehen hatte. Mit diesem Hinweisshirt schlug sie jedenfalls bei der Münchner Premiere auf Foto: dpa

Siebzig plus, das ist die Zahl, um die es schließlich geht, am entscheidenden Punkt der Geschichte. Eine gewichtige Zahl, die eine kritische Masse signalisiert – mehr darf man hier nicht preisgeben, um keinem den Spaß zu verderben und die innere Bewegung, die der Film immer wieder auslöst mit seinem Reichtum an Details, seinen Subtilitäten.
Neun Millionen Euro, das ist die Summe, die das „(T)Raumschiff Surprise“ in seiner ersten Periode gekostet hat, und noch einmal halb so viel kommt an Reklamekosten dazu.

»Der Film wird brutal, laut und explosiv.«

Mit solchen Summen bewegt sich der Film in einer Dimension, die sonst den Produkten des amerikanischen Kinos vorbehalten ist. Das ist nicht unbedingt überraschend, nachdem der „Schuh des Manitu“ etwa zwölf Millionen Besucher verzeichnete, aber es ist auch nicht unbedingt selbstverständlich, wenn man das Werk von Michael Bully Herbig betrachtet. Die Sogkraft, die der Manitu langsam, aber stetig mit seiner Marterpfahl-Dynamik entwickelte, unter dem ungläubigen Staunen der Beobachter, soll hier mit einem PR-Mahlstrom sondergleichen erzielt werden.

Ein kleines rosa Schweinchen bestreitet den Prolog, mit einer schüchternen Solo-Song-Nummer. Ein wenig verlassen ist es platziert auf dem riesigen Rollfeld einer Militärbasis, und so dezent wird seine Performance abgespielt, wie man es – ein schöner kleiner Marilyn-Effekt – aus den amerikanischen Show-Filmen der Fünfziger kennt.

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