Der wettert zwar gerne gegen Konzerne und die Börse, besitzt jedoch Anteile einiger jener Firmen, die er sonst verteufelt.
Da finden sich in seiner Steuererklärung Aktien der Energiekonzerne Haliburton und Sunoco, der Pharmafirmen Pfizer, Merck und Eli Lilly sowie des Energie- und Rüstungskonzerns General Electric. Auch seine Starallüren passen längst nicht mehr zum Image des Medienhelden der Arbeiterklasse.
So verlangte er etwa für seine letzte Lesereise einen Privatjet. In London steigt er regelmäßig im Ritz ab – nicht ohne sich für Interviewtermine zusätzlich Zimmer in billigen Hotels anzumieten. Man hat schließlich ein Image. Und obwohl er die Waffennarren und die Angst des US-Bürgertums in seinem Film „Bowling for Columbine“ thematisierte, umgibt er sich mit bewaffneten Leibwächtern.
Um Ausreden sind die liberalen Heuchler meist genauso verlegen wie ihre konservativen Pendants. So druckste der Präsidentschaftskandidat der unabhängigen Linksaußenfraktionen Ralph Nader betreten herum, als er darauf angesprochen wurde, dass er mit seinem Aktivismus zweistellige Millionensummen verdiene und diese in Fonds investiere, in denen auch Anteile an Öl- und Rüstungsfirmen steckten.
Schadenfreude mag unparteiisch sein, allerdings sollte man das Ausmaß des Schadens nicht vergessen. „When Clinton lied, nobody died“, lautet ein Slogan, der immer wieder auf amerikanischen Demonstrationen auftaucht. Auch wenn die amerikanischen Linken schwindeln, mogeln, lügen, heucheln – einen Krieg, dem Zigtausende Iraker und mehr als 2000 amerikanische Soldaten zum Opfer fielen, haben sie damit nicht angezettelt.
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