Jakob Augstein, Sohn des verstorbenen "Spiegel"-Gründers Rudolf Augstein, kauft das linksorientierte Wochenblatt "Freitag". Offensichtlich ist es eine freundliche Übernahme.

Die in Berlin erscheinende Wochenzeitung Freitag ist am Montag an den Verleger Jakob Augstein verkauft worden. Das teilte der Geschäftsführer der bisherigen Eigentümergesellschaft, Wilhelm Brüggen, mit.

Im Kaufvertrag sei festgelegt, dass alle Mitarbeiter übernommen würden. Augstein habe zugesagt, Identität und politisches Profil des linksorientierten Blattes zu bewahren. Er wolle mit der bestehenden Redaktion weiter arbeiten.

Verabredet sei auch, dass Augstein allen Herausgebern eine Fortführung ihrer Tätigkeit anbietet. Das Blatt hat laut Brüggen eine verkaufte Auflage von 14 000 Exemplaren.

Ohne Werbung

Der Freitag war nach der Wende aus einer Fusion der DDR- Kulturzeitung Sonntag mit der in der alten Bundesrepublik erscheinenden Volkszeitung entstanden. Zur bisherigen Eigentümergruppe gehörten Wilhelm Brüggen (Arzt), Holger Schmale (Journalist), Wolfgang Storz (Journalist), Ursel Sieber (Journalistin) und Frieder Otto Wolf (Sozialwissenschaftler).

Die Gruppe hatte den Freitag vor 13 Jahren übernommen, als das damals hochdefizitäre Blatt endgültig eingestellt werden sollte.

Brüggen bezeichnete den Freitag als das inzwischen wohl einzige Medienprodukt, das ohne Werbeeinnahmen auskomme und trotzdem keine roten Zahlen schreibe.

Er begründete den Verkauf mit persönlichen Entscheidungen von mehreren Mitgliedern der Eigentümer-Gruppe. Nach jahrelangem ehrenamtlichem Engagement und einigen finanziellen Anstrengungen wolle man jetzt für neuen frischen Wind sorgen. Der Einstieg von Augstein sei eine besondere Chance für den Freitag.

(sueddeutsche.de/dpa/pak)