Von Marcus Jauer

"Ich hatte das Gefühl, wenn es einer hinkriegt, dann bin ich das" - im deutschen Film ist er der wichtigste Mann, nun hat er sich mit "Das Parfum" an ein gewaltiges Abenteuer gewagt - was ihm angemessen erscheint.

Das ist wieder einer dieser Momente, in denen Bernd Eichinger, der eben noch müde wirkte, auf einmal wie aus sich selbst erwacht, weil er gleich eine Geschichte erzählen wird, von der er weiß, dass sie gut ist.

"Naja", sagt er, "und jetzt pass auf."

Bernd Eichinger

So ein Lächeln ist das. Es hält einen Augenblick an, auf einmal ist es weg. Es klingt nicht nach, es fällt einfach in sich zusammen, und Bernd Eichinger sieht wieder aus wie ein Mann, der müde ist. (Foto: Regina Schmeken)

Also, Ende der Siebziger, die "Constantin" steht vor der Pleite, da steigt Ludwig Eckes ein, der Schnapsfabrikant. Keine Ahnung vom Film, aber einen Schwiegersohn, der Werbespots dreht, der rät ihm zu. Eichinger, Ende zwanzig, kleiner Produzent, große Pläne, er sieht, dass Eckes den Laden einfach weiterlaufen lässt wie bisher. Da schickt er ihm ein Exposé. Er schreibt, die Firma kann allein vom Verleih nicht überleben, sie muss eigene Filme produzieren, sonst ist sie bald wieder pleite. Gut, sagt Eckes, machen Sie den Geschäftsführer.

Eichinger sagt, Sie haben ja schon drei. Eckes fragt, was wollen Sie denn, und Eichinger sagt, 25 Prozent der "Constantin". Das sind 1,5 Millionen. Er leiht sie sich, entlässt fünfzig Leute, sucht Stoffe, Drehbücher, das kostet. Eckes wird unruhig. Nächstes Jahr schreiben wir schwarze Zahlen, sagt Eichinger, aber Eckes glaubt ihm nicht. Er will ihn feuern, nur das geht nicht. Eichinger hat ja 25 Prozent. Da wird Eckes wütend, jetzt will er verkaufen.

Eichinger findet einen Münchner Werbefilmer, der will Eckes' Anteile kaufen, die ganzen 75 Prozent. Jetzt will Eckes nicht mehr. Sie verhandeln, monatelang, Eichinger, Eckes, der Werbefilmer, ein Dutzend Anwälte. Irgendwann sagt Eckes, gut, ich verkaufe. Alle atmen auf. Die Verträge werden gemacht, da sagt Eckes, ich verkaufe doch nur 50 Prozent. Sie sind inzwischen so genervt, dass ihnen das auch egal ist. Wer kriegt eigentlich den Rest, fragt der Werbefilmer. Da sagt der Eckes, die kriegt der Bernd, und zwar für eine Mark.

"Das ist 'ne Nummer, oder?"

vorherige Seite  vorherige Seite     1 | 2 | 3 | 4 | 5     nächste Seite   nächste Seite

ANZEIGE


Themen

Weitere Artikel in Kultur

Leserkommentare (0)



Wir wollen die Qualität der Nutzerdiskussionen stärker moderieren. Bitte haben Sie deshalb Verständnis, dass wir die Kommentare ab 19 Uhr bis 8 Uhr des Folgetages einfrieren. In dieser Zeit können keine Kommentare geschrieben werden. Dieser "Freeze" gilt auch für Wochenenden (Freitag 19 Uhr bis Montag 8 Uhr) und für Feiertage.


louvre des lachens funny pictures
Wir sind viel im Netz unterwegs und sammeln nur die witzigsten Bilder ein. Willkommen im Louvre des Lachens.
die fibel der faxen
Die besten Tipps, um Ihre Mitmenschen in den Wahnsinn zu treiben.
Das Leben der Anderen
Jede Woche rezensieren wir ein Internetvideo - donnerstags um elf Uhr.
SZ Photo
Weblogs
Das Weblog als öffentliches Tagebuch im Internet wird immer populärer: 50 Millionen Blogs gibt es auf der Welt. Sie sind ein Portal zur freien Meinungsäußerung, Frustventil, Meinungsmacher und zunehmend auch Werbe-Plattform. mehr...
Freibild für alle Gefundene Fotos
Menschen stellen Fotos ins Netz, ohne zu verraten, was darauf zu sehen ist. Sagen Sie es uns!

ANZEIGE

Süddeutsche Zeitung Shop
Bilder und Geschichten
Charlize Theron
Jung, schön und blond: Charlize Theron bricht aus dem goldenen Käfig aus.
The Spirit of Gammelfleisch plattencover horror der hüllen
Wir suchen das hässlichste Platten-Cover der Welt: Wählen Sie Ihre Favoriten in die Charts!
scarlet johansson
Die talentierte Mrs. Johansson: Hollywoods Darling, die Begleiter und der Weg zum Durchbruch.
sarah connor max goldt
Max Goldt: eine Sammlung der lustigsten Passagen aus dem aktuellen Buch des Kleist-Preisträgers.
bill gates gags für die gruft
"Sohn! Ich habe deine Disketten sortiert", sagte die Mutter des Computerfreaks. Die 30 witzigsten letzten Worte.
phone sex telefonsex
Menschen, die mit ihrer vielversprechenden Stimme Geld verdienen: Telefonsex-Arbeiter.
keira knightley
Überirdische Schönheit oder schockierender Stängel in Seide: Keira Knightley, die umstrittene Schönheit.
titanic cover titel
Seit 1979 teilt das Satiremagazin nach allen Seiten aus - die besten "Titanic"-Cover.
ANZEIGE
Wie das Internet die Presse revolutioniert. Hier im SZ Shop bestellen.