"Ich hatte das Gefühl, wenn es einer hinkriegt, dann bin ich das" - im deutschen Film ist er der wichtigste Mann, nun hat er sich mit "Das Parfum" an ein gewaltiges Abenteuer gewagt - was ihm angemessen erscheint.
Das ist wieder einer dieser Momente, in denen Bernd Eichinger, der eben noch müde wirkte, auf einmal wie aus sich selbst erwacht, weil er gleich eine Geschichte erzählen wird, von der er weiß, dass sie gut ist.
"Naja", sagt er, "und jetzt pass auf."
So ein Lächeln ist das. Es hält einen Augenblick an, auf einmal ist es weg. Es klingt nicht nach, es fällt einfach in sich zusammen, und Bernd Eichinger sieht wieder aus wie ein Mann, der müde ist. Foto: Regina Schmeken
Also, Ende der Siebziger, die "Constantin" steht vor der Pleite, da steigt Ludwig Eckes ein, der Schnapsfabrikant. Keine Ahnung vom Film, aber einen Schwiegersohn, der Werbespots dreht, der rät ihm zu. Eichinger, Ende zwanzig, kleiner Produzent, große Pläne, er sieht, dass Eckes den Laden einfach weiterlaufen lässt wie bisher. Da schickt er ihm ein Exposé. Er schreibt, die Firma kann allein vom Verleih nicht überleben, sie muss eigene Filme produzieren, sonst ist sie bald wieder pleite. Gut, sagt Eckes, machen Sie den Geschäftsführer.
Eichinger sagt, Sie haben ja schon drei. Eckes fragt, was wollen Sie denn, und Eichinger sagt, 25 Prozent der "Constantin". Das sind 1,5 Millionen. Er leiht sie sich, entlässt fünfzig Leute, sucht Stoffe, Drehbücher, das kostet. Eckes wird unruhig. Nächstes Jahr schreiben wir schwarze Zahlen, sagt Eichinger, aber Eckes glaubt ihm nicht. Er will ihn feuern, nur das geht nicht. Eichinger hat ja 25 Prozent. Da wird Eckes wütend, jetzt will er verkaufen.
Eichinger findet einen Münchner Werbefilmer, der will Eckes' Anteile kaufen, die ganzen 75 Prozent. Jetzt will Eckes nicht mehr. Sie verhandeln, monatelang, Eichinger, Eckes, der Werbefilmer, ein Dutzend Anwälte. Irgendwann sagt Eckes, gut, ich verkaufe. Alle atmen auf. Die Verträge werden gemacht, da sagt Eckes, ich verkaufe doch nur 50 Prozent. Sie sind inzwischen so genervt, dass ihnen das auch egal ist. Wer kriegt eigentlich den Rest, fragt der Werbefilmer. Da sagt der Eckes, die kriegt der Bernd, und zwar für eine Mark.
"Das ist 'ne Nummer, oder?"
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Das Leben der Anderen
Der Louvre des Lachens

