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Süßes Früchtchen
Kultfigur Dalai Lama
04.04.2008, 19:03
Manchmal ähnelt er dem Gärtner, wie ihn der große Peter Sellers 1979 in dem Film "Willkommen Mr. Chance" von Hal Ashby gespielt hat. Der ohne die Welt, aber mit einem Fernseher alt gewordene Chance fällt Shirley MacLaine (die Dame fischt im wirklichen Leben selber gern im Drüben) vors Auto und wird unversehens zum Weisen und Politikberater. "Eine Pflanze muss regelmäßig gegossen werden", weiß er der staunenden Welt mitzuteilen. Alles nickt begeistert, ein Philosoph muss dieser Gärtner sein, der doch nur aus seinem Alltag berichten wollte. "Hinter unserer Fassade sind wir alle Kinder", fährt er in seinem naiven Singsang fort, und wieder hat der einfache Mann die Wahrheit gesprochen, die Wahrheit, nichts als die Wahrheit.
Für die einen ist das Leben ein langer, ruhiger Fluss, für den Gärtner Chance ein "Gemütszustand", für den Dalai Lama nun, wenn er ehrlich ist, ein einziges Wunder. Nachgerade zig Millionen zählen seine Anhänger auf der ganzen Welt, und alles nur, weil er sich nicht, wie es sein Recht wäre, weiter Richtung Nirwana reinkarniert, sondern sich lieber bei uns Menschen aufhält.
Noch immer dürfte er über die wunderbaren Wege des Herrn Buddha staunen, die den Buben aus seiner vielköpfigen Familie herausführten. Durch ein dubioses Ritual wurde Tenzin Gyatso als Gott entdeckt und zum 14. Dalai Lama erkoren, den Mao noch eifrig verhätschelte, bis er dann doch nach Indien fliehen musste.
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Über die Jahre im Exil ist er ein Weltweiser geworden, der für Apple wirbt, den aber auch der Papst empfängt und mit dem die konservative Angela Merkel plötzlich radikale Politik macht. Schauspieler, deutsche B-Prominenz und andere Kulturschaffende in der ganzen westlichen Welt beten mit dem frommen Mann. Der gelbgewandete Mönch ist ein Popstar.
Der gewaltlose Dalai Lama führt außerordentlich erfolgreich einen asymmetrischen Krieg gegen das übermächtige China. Er ist eine One-Man-Guerilla, aber friedlich; seine Anhänger vergleichen ihn mit Mahatma Gandhi, mit Martin Luther King. In Peking hat man inzwischen so große Angst vor ihm, dass die Machthaber es für "illegal" erklärt haben, wenn jemand "ohne Zustimmung der Regierung ein lebender Buddha" wird. Aber rechtfertigt das den Wahn, mit dem sich alle Welt auf den unscheinbaren Mann in Safran stürzt, sich bekennt, ihn verehrt, als wäre er der wiedergekommene Messias?
Spruch für den Abreißkalender
Er ist doch nur ein Mönch, wenn auch einer, der vor den globalen Kameras aufs Laufband steigt, um den göttlichen Leib für den Fall zu stählen, dass es mit der nächsten Inkarnation doch nicht klappen sollte. Auch sonst gibt es viel zu tun. Zum Beispiel muss er seine nach langem Meditieren gewonnenen Weisheiten urbi et orbi bekanntgeben; es findet sich immer einer, der aufsammelt, was der Dalai Lama an Wortschätzen fallen lässt und es in sehr, sehr viele Bücher und Abreißkalender gießt.
"Wenn wir reich sein wollen", salbadert es (aus dem Tibetischen ins Französische oder Englische übersetzt und dann in ein ausgebuttertes Deutsch gelumpt), "gelingt es uns vielleicht, viel Geld zu verdienen, aber", der gütige Vater hebt mahnend den Zeigefinger, "aber eines Tages werden uns die Umstände daran hindern, noch mehr anzuhäufen, und das wird sehr frustrierend für uns sein."
O ja, Herr, danke, Buddha Gautama Lama.
Lesen Sie auf der nächsten Seite, was der Dalai Lama mit süß-sauren Früchten zu tun hat.
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![]() 16.05.2008 13:30:16 Stechbart: Wer Weisheiten hören will, ist selber schuld. In der Tat ein unglaublich oberflächlicher Artikel und ein erschreckend uninformierter Autor. Aber trotzdem ganz unterhaltsam und interessant, wie man die Dinge so sehen kann... Lieber Autor, wohl in keiner anderen Religion werden die Dinge mit so messerscharfer und knallharter Logik zuende gedacht wie im Buddhismus. Schon mal probiert, eine Sache wirklich zuende zu denken? Viel Spaß beim Ausprobieren! (Aber Vorsicht: die Wellness-Komponente könnte möglicherweise etwas kürzer kommen...)^^ ![]()
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