Von ALEXANDER GORKOW

"Depeche Mode" beginnen in Dresden ihre Europa-Tournee mit hypnotischen Hymnen auf der fantastischen Bühne von Anton Corbijn. Aber lassen Sie sich das gesagt sein: Es geht auch vorbei.

Dass sie pro Abend zigtausend Sympathisanten haben, die einen wahrhaften Höllenlärm machen, es ist kein Wunder. Foto: AP

Der Fotokünstler, Filmregisseur, Videoregisseur, Maler, Zeichner und Wasweißichnoch Anton Corbijn ist in der Kunsthuberszene oft eine gesetzte Nummer. Zahllose Popstars, die sich in nachtdunkler Tinte sehen wollen, wählen zur Abfotografie der eigenen Verzweiflung seinen Namen. Selbst die farbigen von Corbijns Aufnahmen sehen aus, als seien sie beleidigt, dass man sie nicht in der Farbe Schwarz aus dem Entwicklerbad gezogen hat. Berühmt wurde der Holländer dabei nicht zuletzt durch seine frühe Zusammenarbeit mit den englischen Elektronikrockern von Depeche Mode - zunächst durch grobkörnige Fotos, es folgten grobkörnige Musikvideos, wovon einige von anrührender Schlichtheit sind. Anderen Arbeiten, zum Beispiel denen für Herbert Grönemeyer, geht diese Schlichtheit flöten, da Corbijn hier in Sachen Symbolismus und Gemütsschwere nicht mit dem Zaunpfahl winkt, sondern sozusagen mit dem ganzen Zaun. Aber gut, Grönemeyer bedient den deutschen Markt, da darf man nicht geizen.

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