Die Deutsche Hospiz-Stiftung warnt davor, das im ZDF gezeigte Schreckensszenario einer überalterten Gesellschaft mit ausgebeuteten Alten zu verharmlosen: Es sei gar nicht so realitätsfern. Die Politiker müssten dringend handeln.

ZDF-Sendung

Aus der Sendung "Aufstand der Alten": Luise winkt ihrem Freund nach, der beschlossen hat, sich dem Untergrund-Kommando "Zornige Alte" anzuschließen. (Foto: ZDF/Britta Krehl)

Die Deutsche Hospiz-Stiftung hat nach dem Start des ZDF-Dreiteilers ,,Aufstand der Alten‘‘ davor gewarnt, diese Filme als Science Fiction anzusehen. ,,Es steckt in der Thematik eine brisante Menge an Realität‘‘, sagte der geschäftsführende Vorstand Eugen Brysch.

Der Film zeige in ,,überzogenen Bildern‘‘ eine ernst zu nehmende Tendenz. Der am Dienstag gestartete ,,Demographie-Krimi‘‘ präsentiere ein Schreckensszenario einer überalterten Gesellschaft mit verarmenden und ausgebeuteten Alten.

,,Die Politiker zeigen sich von dem Konflikt zwischen Jung und Alt zwar betroffen, aber sie handeln nicht‘‘, sagte Brysch. Die Bundesregierung müsse zukunftssichere Konzepte vorlegen. Jeder müsse wissen, welche medizinischen und pflegerischen Standards ihn erwarteten. Schon heute machten sich Politiker Gedanken, wie sie an den Alten in der Gesellschaft sparen können.

 
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Eine Solidaritätsabgabe von Firmen, die ihre Mitarbeiter in Frührente schicken, hat Walter Hirrlinger, Vorsitzender des Sozialverbandes VdK, gefordert.

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Recherche im virtuellen Archiv: Die Journalistin Lena Bach (Bettina Zimmermann) will wissen, was Sven Darow zum Geiselnehmer gemacht hat. Das Berliner Schillertheater ist im Jahre 2030 ein Obdachlosenasyl für verarmte Rentner. Im Obdachlosenheim trifft Lena Bach (alias Bettina Zimmermann) den verarmten Rentner Ben Franke (Heinz W. Krückeberg). Er kannte den ermordeten Sven Darow. Im Büro des Vorstandsvorsitzenden des 'Prolife-Konzerns' expolodiert eine Bombe. Akribische Recherche: Lena Bach (Bettina Zimmermann) interviewt Baer Schubert (Jean-Theo Jost). Luise (Gitta Schweighöfer) winkt ihrem, Freund Sven Darow nach. Sven hat beschlossen, in den Untergrund zu gehen und sich dem Kommando 'Zornige Alte' anzuschließen.
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Vor dem Hintergrund des ZDF-Films ,,Aufstand der Alten‘‘, sagte Hirrlinger den in Dortmund erscheinenden Ruhr Nachrichten: ,,Die Menschen sollen bald bis 67 arbeiten, in Wirklichkeit werden sie oft schon mit 50, spätestens 55 Jahren in Rente geschickt.‘‘

Mit einer spürbaren Solidaritätsabgabe für die Rentenversicherung könnten Firmen, die so handelten, zum Nachdenken gebracht werden. Nur ein Umdenken in Sachen Frühverrentung könnte die im Film gezeigten Schreckensbilder verhindern, meinte Hirrlinger.

Eine Zukunft, wie sie in dem Film dargestellt wird, hält der Bevölkerungsforscher der Universität Bielefeld, Professor Herwig Birg, für denkbar. ,,Wir sitzen in der Altersfalle. Wenn wir nicht sofort drastische Maßnahmen ergreifen, kommen wir da nie mehr raus‘‘, sagte er dem Kölner Express. Es müssten Anreize her, mehr Kinder zu zeugen, damit der Nachwuchs künftig die Rente sichert.

Firmen müssten Mütter und Väter bei der Vergabe von Jobs gegenüber Kinderlosen bevorzugen. Auch müsste man den heute 16- bis 20-Jährigen die Halbierung ihrer Rente androhen, wenn sie kinderlos bleiben.

(dpa)

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