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Mein Grab, das hat fünf Ecken
Pyramidenbau bei Dessau
24.08.2007, 21:01
Grossbild
Der Verein "Freunde der Großen Pyramide" plant dieses riesige Bauwerk in der Nähe von Dessau in Sachsen-Anhalt. (www.thegreatpyramid.org) (Screenshot: sueddeutsche.de)
Die Vorstellung der alten Ägypter vom Tod war, wagt man den Vergleich mit anderen Kulturen und Religionen, nicht besonders einfallsreich: Statt an das Paradies oder eine Rückkehr auf die Erde in einer anderen Daseinsform, glaubten sie daran, dass es im Jenseits einfach immer so weitergehen werde wie gehabt. Reichtümer, Speisen und die sterbliche Hülle, so ihre Überzeugung, würden da drüben noch gebraucht, und deshalb nahm man das alles mit ins Grab.
Den in Stein gewordenen Höhepunkt erreichte der Totenkult vor gut viereinhalb tausend Jahren mit dem Bau der Pyramiden von Gizeh. Die Pyramiden Ägyptens waren nicht nur Ausdruck des unvorstellbaren Größenwahns sich selbst vergötternder Herrscherdynastien. Sie waren gigantische spirituelle Stätten, die den Jahrtausenden durch ihre massive Bauweise trotzen sollten.
Dieses Prinzip machen sich in Deutschland nun auch die "Freunde der Großen Pyramide" zu eigen. Der Verein, gegründet von dem Schriftsteller Ingo Niermann und dem Wirtschaftswissenschaftler Jens Thiel, plant den Bau einer Pyramide, die über Jahrzehnte aus Millionen einzelner Betonelemente wachsen soll. Diese sollen als Erinnerungssteine oder Urnenbehältnisse für Verstorbene aus aller Welt dienen.
Als Standort haben die Pyramidenfreunde Brachland nahe der Stadt Dessau-Roßlau in Sachsen-Anhalt im Auge. Die Dimensionen sind phantastisch: Eine Höhe von bis zu 500 Metern sei möglich, heißt es in einer Machbarkeitsstudie. Auf der Homepage des Projekts ist vom größten Bauwerk der Menschheit die Rede. Wahrscheinlicher sind - sollte die Pyramide je gebaut werden - 150 Meter Höhe auf einer Grundfläche, die etwa der Größe von sechs Fußballfeldern entspricht.
Die Idee ließe sich als Demokratisierung des Größenwahns deuten. Auf der Website heißt es: "Die eigene körperliche Existenz zu überdauern konnten die ägyptischen Pyramiden nur Wenigen versprechen. Nun steht dieser Weg allen Menschen offen." Die Große Pyramide sei "die erste Völker, Kulturen und Religionen verbindende, international vermarktete Grab- und Erinnerungsstätte".
Ein Witz? Keineswegs, sagt Jens Thiel. Das Projekt sei völlig ernst gemeint. Noch stehen aber Finanzierung und Standort in den Sternen. Doch schon 2009, hofft Thiel, könnten die ersten, voraussichtlich 200 bis 700 Euro teuren Steine gelegt werden. Wer für die Ewigkeit baut, braucht einen langen Atem.
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![]() 27.08.2007 15:56:54 desano: Fünf Ecken hat mein Grab Keine Angst das Grab kann nicht gebaut werden. Schuld ist nach Aussage der Holocaust-Mahnmalerbauer der lange Frost in Deutschland, der solche Bauwerke schon nach 9 Monaten bröseln läßt und nach 2 Jahren schon wieder saniert werden müssen. ![]()
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