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Bob Dylan ist inzwischen auch für ein Tässchen Kaffee gut. Denkt sich jedenfalls das hart an den Charts vorbei produzierende Label der Kaffeehauskette Starbucks. Dort gibt es ab August exklusiv CDs des Altmeisters zu kaufen, die bislang nur als Bootlegs kursierten.

Fehlte noch Bob Dylan, damit das Murmeln und Murren nicht aufhört. ()

Kaum spielt Bob Dylan mal für den Papst oder macht Reklame für Damenunterwäsche, schon erhebt sich ein Murmeln und Murren und Grollen unter seinen Fans.

Denn er könnte ja wieder mal etwas verraten haben: seine Songs, sich selbst, seine Ideale, den Papst oder die Frauen.

Diesmal geht’s um mittelguten Kaffee und um die Crème de la crème unter den Dylan-Fans.

Denn Bob Dylan hat nicht etwa den mittelguten (und nicht sehr heißen) Song „One more cup of Coffee (Valley Below)“ an die Coffeeshop-Kette „Starbucks“ verkauft.

Nein, in den Starbucks-Läden wird ab Ende August die CD „Bob Dylan:Live at the Gaslight 1962“ zu kaufen sein, und die kursierte bisher nur in Bootleg-Versionen.

Sie verlieh den Besitzern eine gewisse Exklusivität, war zum Beispiel die ideale Tonspur zum Text über die frühen Jahre in Dylans „Chronicles“ (2004).

Jetzt liegt die Exklusivität bei Starbucks, in Coproduktion mit der Sony BMG Custom Marketing Group, die Anfang der neunziger Jahre mit der offiziellen Vermarktung von Dylan-Bootlegs begonnen hatte.

„Don’t Think Twice“ gehört zu den Aufnahmen aus dem New Yorker Gaslight Café.

Ins Starbucks Café ist Dylan jetzt schon zum zweiten Mal gegangen. Beim ersten Mal hat er die „Selected Songs“ von Joni Mitchell mit ausgewählt, die im Februar 2005 erschienen sind.

Denn das Starbucks-Label „Hear Music“ produziert programmatisch an den aktuellen Charts vorbei. Die Hauptzielgruppe sind die über Vierzigjährigen, es geht hier um klassische Musik. Eine Ray-Charles-Edition war bisher der Bestseller, flankiert von Frank Sinatra und Miles Davis, Otis Redding, Aretha Franklin und Nat King Cole.

Zum Label gehört auch die Reihe „Artists Choice“. Elvis Costello und Joni Mitchell haben ihre Lieblingsmusik schon vorgestellt. Fehlt noch Bob Dylan, damit das Murmeln und Murren nicht aufhört.

SZ v. 30.06.2005

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