Eine Hommage in Bildern von Bernd Graff

Ausdrücklich als Aprilscherz gestartet: Die Computerfirma Apple, begonnen als Vorstadt-Garagenfirma, wird 30. Seit einer Menschengeneration beweist der Computer-Bauer nun, dass High-Tech elegant sein kann.

Diese Edelteile - und noch viel mehr werden in unserer Apple-Bildergalerie vorgestellt! (Alle Bilder: Apple)

Am 1. April 1976 wurde Apple geboren. Steven Wozniak, ein High-School-Abbrecher, der für Hewlett-Packard arbeitete, ein Elektro-Frickler vor dem Herrn, hatte etwas zusammen getüftelt, das als "Apple I" tatsächlich unter die Leute zu bringen war.

Der College-Abbrecher Steve Jobs, der bis dahin für Atari arbeitete, hatte ihn davon überzeugt, dass die Welt auf Personal Computer warte. Und so verkaufte man erst schlecht als recht, reüssierte eigentlich erst ein Jahr später mit dem "Apple II".

1980 kam der "Apple III" - da hatte das Garagenduo schon mehrere tausend Mitarbeiter.

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Ja, so ging es damals zu: Erst auf steinigen Pfaden, dann mit dem Glück der Stunde immer schneller, auch wenn man in Cupertino, immer noch dem kalifornischen Stammsitz der Firma, davon ausging, dass man es nur durch den spezifischen "Apple"-Spirit geschafft habe.

Übrigens sprach man 1984, als der Ridley-Scott-Werbespot für den ersten Mac im Fernsehen und anschließend in fast allen Talkshows lief, tatsächlich nur von Apple, wenn man Computer für den Heimanwender meinte. Von Bill Gates´ Microsoft war da noch nicht die Rede.

Aber wie es so geht: Zwar hatte Apple zuerst Erfolg ohne Ende, begrüsste sogar sehr hochnäsig den aufkommenden IBM-PC mit einem "ehrlich gemeinten Willkommen" in der High-Tech-Welt - aber dann versuppte man irgendwie in falschen Entscheidungen, verspäteten Neuerscheinungen und einigem firmeninternen Stress, der Steve Jobs zeitweise sogar aus dem Haus komplimentierte.

Und das trotz des ersten nutzerfreundlichen Interfaces, einer grafischen Benutzeroberfläche mit "Papierkorb", "Fenstern", "Drag´n´Drop" - zu einer Zeit, als die Nutzer der Konkurrenz-Produkte noch kryptische Buchstabenfolgen in ihre Tastaturen hauchten.

Bill Gates’ damalige Order an seine Ingenieure: "Make it like the Mac!" muss als Kompliment begriffen werden.

Inzwischen hat das Gates-Imperium zwar über 90 Prozent aller PCs mit seinen Werken bestückt, aber Apple zeigt (inzwischen wieder), wie Arbeit und Vergnügen am Computer aussehen können. Dazu trägt nicht zuletzt das eigene Betriebssytem bei, das, nur um das Mindeste zu nennen, keine Computerviren-Plagen fürchten muss. Die Firma hat Notebooks im Sortiment, die so schön sind, dass man vor ihren Schöpfern niederknien möchte.

Die Powermacs, also die stationären Heimrechner, sind gestylte Arbeitstiere, das Betriebssystem sucht sowieso seinesgleichen.

Und dann erst die Musik-Sparte! Apple steht inzwischen mit iPod und iTunes-Music-Store eher für klingende Unterhaltung als für stumme Kreativ-Arbeit.

Und doch: Die Firma steht wunderbar da, aber auch im Ruf, etwas skurril verschlossen in seiner Informationspolitik zu sein, dafür aber ein wenig teuerer in ihrem Portfolio.

Die Apple-Gemeinde ist dennoch unerschütterlich verzückt, weil Steve Jobs, der Hinauskomplimentierte, der nach 1995 zum Krisenretter seiner alten Firma wurde, so unnachahmliche Produktmessen abhält, die berühmt-berüchtigten Keynotes, dass sogar Menschen davon angetan sind, die nichts von Computern wissen wollen.

Eine Menschen-Generation Apple, also. Was kommt danach? Tolle Produkte, ohne Zweifel, auch wenn nicht ganz klar ist, was wirklich hinter dem letzten Großcoup der Firma steckt: Hinter der Abkehr von PowerPcs und er Zuwendung zu Intel. Konzertierter Kopierschutz von MS und Apple unter dem Namen DRM - Digital Rights Management? MS-Windows auf den traumschönen Apfelmaschinen - oder, umgekehrt, das lebensfrohe Mac-Betriebssytem auf Allerwelts-PCs? Oder aber - ganz anders: Apple überlässt die Computerei ganz und gar Lizenz-Unternehmen, um sich voll und ganz den neuen Betätigungsfeldern von Steve Jobs zuzuwenden: Dem Film (Pixar) und dem Musik- und Medien-Vertrieb über iTunes?

Was immer es werden wird: Apple dürfen Sie nicht danach fragen! Denn von denen bekommen Sie eine Auskunft zur Roadmap der Firma erst, wenn alle Vögel die Apple-News schon von den Bäumen zwitschern. Also: Niemand weiß was, und das ist gut so!

Herzlichen Glückwunsch, Apple. Oder, um es mit dem von Steve Jobs geliebten Bob Dylan zu sagen:

"May God bless and keep you always,
May your wishes all come true,
May you always do for others
And let others do for you.
May you always be courageous,
Stand upright and be strong,
May you stay forever young.

May you have a strong foundation
When the winds of changes shift.
May your heart always be joyful,
May your song always be sung,
May you stay forever young."

(Bob Dylan: "Forever Young", auf "Planet Waves" aus dem Jahr 1974)

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