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Angst vor Attentaten, vor den Amerikanern und den Fundamentalisten: Hier ist der erschütternde Bericht einer Irakerin aus Bagdad, die von der ständigen Bedrohung des Bombenterrors, der Entführungen, des grausigen Alltags im Krieg erzählt. Die Autorin will aus gutem Grund anonym bleiben.

Die Angst begleitet mich inzwischen überall hin, sogar ins Bett, wo sie uns nachts alle überfällt, meine Söhne und mich, weil wir Angst davor haben, dass wir getrennt voneinander sterben. (Foto: AP)

Berichte über den Irak gibt es viele, Berichte von im Land lebenden Irakern selbst jedoch recht wenig. Das liegt auch daran, dass sie vielleicht ihr Leben riskieren, wenn sie der Zusammenarbeit mit westlichen, ausländischen Medien verdächtigt werden. Auch aus Sicherheitsgründen hat diese 49-jährige, berufstätige Irakerin aus Bagdad ihre Erfahrungen deshalb anonym aufgeschrieben.


» Jeden Morgen warte ich auf das Geräusch von Explosionen. «

Angst. Dieses Wort ist mir als Erstes in den Sinn gekommen, als ich mich an diesen Text gesetzt habe. Was hätte ich auch sonst schreiben sollen? Vielleicht noch "Furcht". "Zittern". Oder "Abscheu". Diese Worte sind mein täglich Brot seit jener verfluchten Nacht vom 20. März 2003, in der der Krieg der Amerikaner über mein Land hereinbrach. Ich bin eine irakische Frau, Mutter zweier Kinder, des 16-jährigen Samer und des 10-jährigen Ahmed, und die Angst begleitet mich inzwischen überall hin, sogar ins Bett, wo sie uns nachts alle überfällt, meine Söhne und mich, weil wir Angst davor haben, dass wir getrennt voneinander sterben, jeder in seinem Zimmer, wenn eine Rakete aus Versehen unser Haus trifft. Dann ist da die Angst, am Morgen aufzuwachen und zu erfahren, dass die beiden in der Nacht irgendwo anders gestorben sind . . . Oder die Angst, mitansehen zu müssen, wie Amerikaner unsere Tür eintreten und das ganze Haus auf den Kopf stellen, so wie sie es dauernd machen.

Ich weiß nicht warum, aber richtig schlimm wurde es im Frühjahr 2004. Schon vorher war die Situation chaotisch, aber Frauen konnten sich noch mehr oder weniger frei in der Stadt bewegen. Seither ist alles anders. Seither ist jeder Ausländer zur potenziellen Zielscheibe geworden. Ich kannte viele von ihnen und begann, Angst um sie zu haben. Und ich habe es dann vorgezogen, mir eine feste Arbeit zu suchen.

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