10. November 2012, 14:40 US-Schriftsteller Philip Roth will keine Romane mehr schreiben

Er gilt als einer der bedeutendsten Autoren der Gegenwart - und will nun nicht mehr schreiben. Der US-Autor Philip Roth hat seinen Rückzug vom Literaturbetrieb angekündigt. Er habe realisiert, dass sein Leben endlich sei.

Roth erklärte, er wolle seinem Biografen Blake Bailey aber weiter dabei helfen, noch zu Lebzeiten eine Biografie fertigzustellen.

(Foto: AP)

"Wenn ich schreibe, lebe ich", hatte Philip Roth einst im Interview mit dem Süddeutsche Zeitung Magazin erzählt. "Heute bleibt mir ja gar nichts anderes mehr übrig. Ich habe es so lange getan, dass ich ohne das tägliche Schreiben einen Schock erleiden würde." Doch schon damals, im Jahr 2010 sagte der US-Schriftsteller, dass der Drang nachgelassen habe.

Nun hat der 79-Jährige angekündigt, das Schreiben von Literatur ganz aufzugeben. Entsprechende Aussagen im französischen Kulturmagazin Les inRocks wurden von der Sprecherin des Verlags Houghton Mifflin Harcourt bestätigt, der Roths Bücher herausgibt.

Der als einer der bedeutendsten Autoren der Gegenwart zählende Roth wurde dem deutschen Publikum vor allem durch "Amerikanisches Idyll" und Novellen um den fiktiven jüdischen Schriftsteller Nathan Zuckerman bekannt. Zuletzt veröffentlichte er 2010 den Roman "Nemesis", der den Ausbruch einer Polio-Epidemie in New Jersey zum Thema hat. Nach eigenen Angaben liest Roth schon seit Jahren keine fiktionalen Texte mehr.

In dem Interview mit "Les inRocks" erklärte Roth seinen Entschluss damit, dass ihm in den vergangenen Jahren bewusst wurde, dass sein Leben endlich sei. Er habe dann begonnen, seine Bücher der letzten 20, 30 Jahre erneut zu lesen. Daraufhin habe er beschlossen, dass er einem Zitat des Boxers Joe Louis zustimme: Er hätte das Beste aus dem gemacht, was hatte.

Roth erklärte, er wolle seinem Biografen Blake Bailey aber weiter dabei helfen, noch zu Lebzeiten eine Biografie fertigzustellen.