Der italienische Schriftsteller Claudio Magris erhält den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.

claudio magrisBild vergrößern

Claudio Magris. Foto: dpa

Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geht in diesem Jahr an den italienischen Schriftsteller Claudio Magris - das gab der Börsenverein des Deutschen Buchhandels am Donnerstag in Berlin bekannt. Wie kaum ein anderer habe sich Magris mit den Problemen des Zusammenlebens und Zusammenwirkens verschiedener Kulturen beschäftigt, begründete der Stiftungsrat seine Wahl.

Magris wurde am 10. April 1939 in Triest geboren und studierte unter anderem in Freiburg. Er gilt als einer der wichtigsten italienischen Germanisten und als brillanter Kulturpublizist. Neben wissenschaftlichen Arbeiten und politischen Essays veröffentlichte er Erzählungen und Kurzgeschichten. Seit Jahren gehört der Autor zu den Favoriten für den Literaturnobelpreis.

In der Begründung des Stiftungsrats heißt es, Magris erzähle in zahlreichen Werken von der Vielfalt der Systeme und Sprachen Mitteleuropas, von Eigentümlichkeiten und Gegensätzen. "Erzählendes und Reflektierendes, Faktisches und Fiktionales verbindet Claudio Magris in seiner ganz eigenen literarischen Weise.“ Er hebe dabei hervor, wie kreativ die Verschiedenheit sein könne, wenn sie denn in ihrer Eigenart geachtet und beachtet werde. Er sei ein streitbarer Gegner von Ausgrenzung und kulturellem Dominanzdenken.

Der seit 1950 vergebene Friedenspreis gehört zu den bedeutendsten Auszeichnungen in Deutschland. Mit dem Preis wird eine Persönlichkeit aus dem In- oder Ausland geehrt, die vor allem auf den Gebieten Literatur, Wissenschaft und Kunst zur Verwirklichung des Friedensgedankens beigetragen hat. Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert und wird traditionell zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse im Oktober in der Paulskirche überreicht.

Im vergangenen Jahr war der Maler und Bildhauer Anselm Kiefer ausgezeichnet worden. Zu den bisherigen Preisträgern gehören außerdem der türkische Schriftsteller Orhan Pamuk (2005), Jürgen Habermas (2001), Martin Walser (1998), Vaclav Havel (1989), Siegfried Lenz (1988), Astrid Lindgren (1978), Hermann Hesse (1955) und Albert Schweitzer (1951).

(sueddeutsche.de/dpa/bey)