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Von Christopher Schmidt

Mädchen-Bier, Mädchen-Band: Der Zusatz "für Mädchen" wird gerne verwendet - hat aber wenig mit dem Geschlecht zu tun.

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Typisch rosa, typisch Mädchen? Von wegen: Mädchen-Bier zum Beispiel ist nur was für Jungs. Sowas trinken nur Ken und Konsorten. (Foto: Reuters )

Irgendwann gab es linguistisch nur noch Menschen. Große Menschen, kleine Menschen, Menschen zwischen 6 und 66 oder Menschen ab drei. Ein Baby war ein neuer Mensch, ein Ausländer ein Mensch anderer Herkunft, und ihn nicht so zu nennen, galt unter Mitmenschen - genau: als menschenverachtend. Zwar hat Herbert Grönemeyer sein Album "Mensch" erst aufgenommen, als der Gutmensch nur noch belächelt wurde, aber er hatte ja bereits zwanzig Jahre zuvor gefragt "Wann ist ein Mann ein Mann?"

Auch vor dem Aufkommen des Metrosexuellen und der Unisex-Mode war die Verunsicherung der Geschlechterrollen schon so weit fortgeschritten, dass die Sängerin Lucilectric mit der Tautologie "weil ich ein Mädchen bin" einen Hit landete. Seither haben sich Verbindungen wie "Mädchen-Band" oder "Mädchen-Bier" genauso etabliert wie der Zusatz "für Mädchen".

Aber Vorsicht. Die sogenannten "Mädchen" sind nicht unbedingt welche. Hier greift die Unterscheidung zwischen Sex und Gender, biologischem und sozialem Geschlecht. Und deshalb kommt es nicht selten dazu, dass Mädchen abfällig davon sprechen, etwas sei "für Mädchen", und damit alles andere meinen als sich selbst. Zum Beispiel Jungs.

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(SZ vom 7.7.2009/jeder)

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