Heute jährt sich der Tod von Elvis Presley. Der Tod eines Stars, der den Ödipus-Komplex sublimierte. Der Tod eines Stars, der zum "King" wurde. King of Inzest. King of Verdrängung. King of America.
"Elvis ist das Alpha und das Omega des Pop." Nik Cohn (1969)
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Am 16. August 1977 starb Elvis Aron Presley 42-jährig in Memphis, Tennessee. (© Foto: dpa)
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"Elvis, what happened?" kräht Peter Holsapple von den db's auf einer LP aus dem Jahr 1986, als gelte es, die längst untergegangene Sonne dazu zu bewegen, erneut hinterm Misthaufen emporzusteigen. Doch vergeblich: Elvis in seinem sonnenlodernden Cadillac ist untergegangen, versunken - er kann, ganz Halbgott, nur mehr gesichtet werden: an Supermarktkassen, in Drogerien, im Baumarkt.
Peter Holsapple krakeelt weiter, ein wenig beleidigt: "What happened is, you died. And then you multiplied" - Du bist gestorben, Elvis, das ist passiert. Und dann hast du dich unendlich oft vervielfältigen lassen. Damit sind nicht so sehr die traurigen Elvis-Imitatoren gemeint oder die milliardenfach verkauften Tonträger, sondern die zahllosen Journalisten, Enthüllungsbuchschreiber und Biographen, die seit dem 16. August 1977 unaufhörlich in Sachen Elvis Presley auf uns einplappern.
Dabei formulierte Irwin Stambler in seiner "Encyclopedia of Rock, Pop and Soul" bereits 1989 unwiderlegbar korrekt: "Was Elvis wirklich umgetrieben hat, ist und bleibt uns verborgen." Vielleicht ist und bleibt es uns auch deshalb verborgen, weil das Geheimnis um Elvis' Leben so viel kleiner ist als das aufgeblähte Abbild dieses Lebens selbst.
Die Fakten sind ja schnell erzählt: 1935 wurde Elvis als Kind sehr armer Leute in Tupelo, Mississippi geboren. Es folgte ein Leben in elenden Behausungen und Notunterkünften, Lumpenproletariat war man, Neger fast. Die Eltern schenkten ihrem einzigen Elvis eine Gitarre, weil das Geld für ein Fahrrad nicht reichte. Und weil eine Gitarre auch nicht so gefährlich sei: Eltern irren, solange sie leben.
1954 dann die ersten Aufnahmen für Sun Records in Memphis - fünf Singles verändern die Welt. Elvis bei RCA. Elvis im Fernsehen. Elvis in den Hitparaden. Der Tod der Mutter. Elvis in seinen ersten beiden Filmen. Elvis in der Army. "Muss i denn, muss i denn zu-hum Städtele hinaus": Elvis in Hollywood. Elvis halbvergessen. Elvis und sein Comeback in schwarzem Leder. Elvis auf Hawaii. Elvis in Las Vegas. Der fette Elvis. Der Drogen-Elvis. Der tote Elvis.
Der am häufigsten über Elvis und seine Musik verbreitete Mumpitz ist die Sache mit dem Blues und der Countrymusik, und dass Elvis jener Eine war, der mit bleichem Gesicht furchtbar schwarz dahersingen konnte: Heureka!
Greil Marcus, Elvis-Mythologe aus Passion, hat bereits 1975 schlüssig nachgewiesen, dass ein solches Amalgam allen Beteiligten als völlig sinnlos erschienen sein muss, da es spätestens seit Jimmy Rodgers blauen Jodlern aus den Zwanzigern bereits existierte: Elvis-Entdecker Sam Phillips sah im zukünftigen King eher eine Chance, aus dem nicht rentablen Blues-Geschäft auszubrechen; deswegen ruft er am Schluss von "Blue Moon of Kentucky" auch nicht begeistert ins Studiomikrophon, man habe endlich die Rassenschranken in der Musik überwunden, hurra, sondern es bricht aus ihm heraus: "That's a Popsong!"
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Der Artikel ist zwar ein bisschen bösartig aber eine sehr gute Analyse. Ich habe Elvis auch als ein braves Mammasöhnchen empfunden, der nach der Liebe seiner Mama heult und sich an Mädchen deshalb nicht so recht rantraut. Das ist aber nicht schlecht sondern so eignet er sich sehr gut für pubertierende und spätpubertierende Jungs und Männer als Identifikationsfigur und für schüchterne Mädchen als schüchternen Freund. Außerdem hat er gut ausgesehen, konnte wunderbar singen, hat unermüdlich und kreativ (Liebes-) Lieder geschrieben und vertont und gesungen. Love me tender ... heißt doch nur: (Liebe Mama oder liebes schönes Mädchen,) liebe mich zärtlich, liebe mich wahrhaftig, nimm mich an deinen (großen und schönen) Busen und lass mich nie mehr los. So war das eben in den 50-er und 60-er Jahren und nichts anderes und vielleicht ist das bis heute noch so.
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Dieser Artikel ist Elvis nicht würdig. Das hat der King nicht verdient.
Dieser Bericht ist eine bodenlose Frechtheit.
Elvis Forever!! www.elvispresley-community.de
Die SZ beweist wieder Humor!! über die Inkarnationen-Liste musste ich teilweise lachen, und der Artikel zeigt großes Einfühlungsvermögen, man durchschaut regelrecht (vor allem hinter der genialen überschrift "König der Verdrängung") dass er ein (naiver?) Mensch war, der ausgenutzt und dessen Talent verschwendet wurde.
Sehr trivial, diskriminierend und unsachlich geschrieben, eigentlich skandalös.
Ich schließe mich meiner Vorrednerin an: Schade, dass man derartige Beiträge immer wieder lesen muss.
Paging