Von Lars Langenau

Hollywood in Basel, Provinz im Saal. Gottschalks "Wetten dass, ..." mit vielen Bussis, "Pömpel-Dart" und so manchen Peinlichkeiten.

Es gab mal eine Zeit, da hat auch Harald Schmidt große Samstag-Abendshows der öffentlich-rechtlichen Anstalten moderiert. Er kam rein und ein riesiger Saal voller Menschen jubelte. Er grinste und sagte: "Hier ist ja eine Stimmung wie im Reichssportpalast." Und sein Publikum schrie - vor Freude.

Gottschalk Wetten dass, ... Bild vergrößern

Kinderwette: Puppe von Thomas Gottschalk (© Foto: ZDF)

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Nun, diese wunderbaren, vor Sarkasmus triefenden Zeiten sind vorbei. Nach drei Monaten Sommerpause stand am Samstagabend Thomas Gottschalk im schweizerischen Basel auf der Bühne. Zur 170. Sendung von "Wetten dass ..." trat er im, für seine Verhältnisse sehr dezenten, Jackett im lila Schildkrötenlook auf - und überzog nur um eine Dreiviertelstunde.

Kurz vor der Sendung hatte er noch in einem Interview gewarnt, dass er sich auch 20 Jahre nach seiner Premiere als Moderator der ZDF-Unterhaltungsshow nicht intensiv auf seine Sendungen vorbereitet. "Je unvorbereiteter ich bin, desto mehr haben die Zuschauer davon", sagte der 57-Jährige. Ihm gehe es darum, auf dem "Wetten, das...?"-Sofa eine gute Stimmung zu erzeugen. "Kontroverse Diskussionen und inhaltsschwere Gespräche sind von mir nicht zu erwarten."

Weiter: "Der Erfolg dieser Live-Sendung besteht darin, dass ich frei und unbefangen auf die Wetten und auf die Personen zugehe." Um spontan reagieren können, verzichte er im Vorfeld auf ein gründliches Einarbeiten. "Ich bin genauso blank wie die Zuschauer." Dadurch bleibe die Sendung spannend und abwechslungsreich. Nun ja.

"Es war nicht alles falsch was Eva Herman gesagt hat"

Dem neuen Werbepartner der Sendung, der Bild, vertraute er dann noch folgendes an: Er wolle möglichst alle Zuschauer glücklich machen. "Ich mache keine Verneigungen vor der sogenannten werberelevanten Zielgruppe, und das öffentlich-rechtliche Fernsehen sollte dies ebenfalls nicht tun." Und so machte das ZDF an diesem Abend auch nur Werbung für die "größte deutsche Tageszeitung", DHL, Audis neuen A4 und einen großen Versandhandel. Das ZDF, sagte der Entertainer, könne nichts dafür, "dass unsere Nation langsam vergreist. Und wenn die Leute weniger fernsehen würden, gäbe es wahrscheinlich mehr Kinder".

Da wurden wir etwas rot beim Lesen.

Gottschalks Show begann mit einer Replik auf die vergangenen Monate: Stoibers Rücktritt, Sabine Christiansens Rücktritt. Eva Hermans nicht ganz freiwilliger Rücktritt. "Es war nicht alles falsch was Eva Herman gesagt hat", sagt er - und einem Moment stockte uns der Atem. Doch dann lenkte er den Ausflug wieder in harmlose Bahnen. Bitte seien sie nett zu mir, bat Gottschalk seine Gäste: "Es gibt nicht mehr viele Blondinen im deutschen Fernsehen. Hier steht eine der letzten vor ihnen."

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