Dramen am Rande der Gesellschaft

jj-Reportagepreis 2012 /
Von Stefan Plöchinger
/ Veröffentlicht am , im SZblog

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

gute Reporter bringen ihren Lesern Welten nahe, die diesen in der Regel verschlossen bleiben. Sie erzählen Geschichten, die man nicht schon tausendmal gehört hat. Sie weiten unseren Blick. Sie haben eine Haltung zu ihrem jeweiligen Thema, ohne parteiisch zu werden. So machen sie uns schlauer. Das ist es, was guter Journalismus immer geschafft hat. Das ist es, was er auch in Zukunft schaffen muss, wenn er eine Zukunft haben will - und deshalb wollen wir junge Reporter fördern, die sich diesen Zielen verschrieben haben.

Süddeutsche.de, das Netzwerk Jungejournalisten.de und die Böll-Stiftung haben drei Nachwuchsschreiber für beeindruckende Reportagen vom Rande der Gesellschaft ausgezeichnet. Der jj-Reportagepreis 2012 geht in diesem Jahr an:

# 1. Platz: "In dem Haus da hinten gibt es Drogen." Tiemo Rink über den Verfall eines Kieler Arbeiterstadtteils - vom 14-jährigen Julian und dem Kampf des Kaisers von Gaarden für eine bessere Zukunft. zur Reportage...

# 2. Platz: "Scheißegal, ich mache alles." Alexandra Reinsberg über den Münchner Arbeiterstrich - wie Bulgaren verzweifelt hoffen, sich als moderne Arbeitssklaven ein paar Euro zu verdienen. zur Reportage...

# 3. Platz: Ins Exil für 800 Euro. Lena Kampf über die griechische Familie Mataki, die in einer Taverne in Ostdeutschland vergeblich ein besseres Leben suchte - und jetzt in Berlin gestrandet ist. zur Reportage...

In der Jury saßen Dirk Kurbjuweit vom Spiegel, Thorsten Denkler von Süddeutsche.de, Professor Volker Lilienthal, Annette Maennel von der Heinrich-Böll-Stiftung, außerdem für Jungejournalisten.de Oliver Bilger vom Handelsblatt und die freie Auslandskorrespondentin Pauline Tillmann. Der Gewinnertext wurde mit 1000 Euro prämiert, die beiden weiteren mit 500 respektive 300 Euro.

Wir freuen uns über die rege Teilnahme an dem Wettbewerb - und wünschen Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, unerwartete Einsichten über die alltäglichen Dramen am Rande unserer Gesellschaft.

Ihr Stefan Plöchinger