Jochen Schein ist Professor für Elektrotechnik an der Universität der Bundeswehr.
"Ich habe in den USA zuletzt am Lawrence Livermore National Laboratory in der Plasmaforschung gearbeitet. Für mich war es keine prinzipielle Frage, ob ich in den USA bleibe oder zurückkomme; es hängt einfach von der angebotenen Stelle ab. Eine Professur in Deutschland hat entscheidende Vorteile, beispielsweise ist die Grundausstattung - hier an der Bundeswehr-Universität - sehr gut.
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Und was den viel beschworenen Brain Drain angeht: Offen gestanden sehe ich das Problem nicht. In der San Francisco Bay Area etwa, der Hightech-Region in den USA, leben schätzungsweise 10.000 deutsche Forscher und Ingenieure. Von denen würden meines Erachtens 80 Prozent durchaus zurückkommen, nur offenbar gibt es in Deutschland nicht genügend gute Jobs oder die Angebote werden nicht ausreichend bekanntgemacht.
Ist man einmal in den USA, wird es einem sehr leicht gemacht zu bleiben. Ständig sind Headhunter unterwegs, die einem Stellenangebote offerieren; von deutschen Firmen bin ich dort nie angesprochen worden. Nach meiner Erfahrung ist das Gefälle zwischen amerikanischen und deutschen Instituten bei den Arbeitsbedingungen längst nicht so ausgeprägt, wie deutsche Forschungspolitiker es oft darstellen. Selbst an den Nationallaboratorien, an denen die Regierungsgelder vergleichsweise reichlich fließen, müssen sich die Leute nach der Decke strecken."
(SZ vom 30.8.2006)
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