Baden-Württembergs Wissenschaftsminister Frankenberg warnt vor einer Noten-Inflation. Die Leistungen deutscher Schüler würden zu gut beurteilt.
An deutschen Schulen wird nach Ansicht des baden-württembergischen Wissenschaftsministers Peter Frankenberg (CDU) zu gut zensiert. "Seit es den Numerus clausus gibt, werden die Schulnoten immer besser", sagte Frankenberg den Badischen Neuesten Nachrichten. "Die Lehrer wollen ihren Schülern nicht die Zukunft verbauen."
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"Die Lehrer wollen ihren Schülern nicht die Zukunft verbauen": Wissenschaftsminister Frankenberg warnt vor der Noten-Inflation. (© Foto: dpa)
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Es sei zwar ein Trugschluss, dass die Jugend heute dümmer sei als früher, doch dass sie stets schlauer werde sei auch keine Erklärung. Den Studienbewerbern helfe diese Noten-Inflation allerdings nicht unbedingt. "Sie haben mit einem 1,0 Abitur noch keine Garantie, einen Medizinstudienplatz zu bekommen", sagte der CDU-Politiker.
Ein Blick in die Statistik gibt Frankenbergs Einschätzung eines Trends zu besseren Zeugnissen zumindest für Baden-Württemberg nur eingeschränkt Recht: Die durchschnittliche Abiturnote lag laut Statistischem Landesamt in diesem Jahr mit 2,32 etwas schlechter als im Vorjahr (2,29).
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(dpa/cag)
DFB-Torhüter ter Stegen
1. Leistungsvergleich
Wir stehen täglich unbewusst oder bewusst in unterschiedlichen Wettbewerben ,und die meisten von uns wollen auch wissen, welche Stellung man in den verschiedenen Wettbewerben innehat. So will die Mehrzahl der Jugendlichen auch wissen, wie sie im Vergleich zu anderen Jugendlichen im Bildungsbereich bezüglich bestimmter Wissensinhalte und Kompetenzen dastehen. Leider ist bis jetzt ein bundesweiter Vergleich wegen der Bildungshoheit der Länder nicht möglich, daher muss das bundesweit einheitliche Zentralabitur kommen!
2. Hinweise auf die spätere berufliche Tätigkeit
Die Abiturnote ist ja aus verschiedenen Einzelnoten eines bestimmten Fächerkanons zusammengesetzt. Aus den Einzelnoten kann der Jugendliche meist recht gut ersehen, in welche berufliche Richtung die Reise geht.Natürlich lässt sich über den Fächerkanon streiten. Für mich fehlt in den Beurteilungen ein wesentliches Element, die soziale Kompetenz. Diese gehört unbedingt ebenfalls benotet und einem Hauptfach gleichgesetzt.
Die Tatsache. dass die meisten Unis sich auch heute noch ihre Studenten hauptsächlich nach dem Notenschnitt auswählen zeigt, dass sie bisher mit dieser Note ganz gut fahren sind. Und der Meinung, dass sich die Noten im Studium gleich nivellieren werden, kann ich nicht folgen. In den naturwissenschafrtlichen Fakultäten werden schon im Erstsemester Eignungsprüfungen abgelegt. Die Durchfallquote liegt bei ca. 40%. Betrachtet man nun die Abiturnoten der Durchgefallenen, so findet man keinen mit einem 1, Schnitt darunter.
Ein gutes Abi ist keineswegs ein Garant für herausragende Leistungen im nachfolgenden Studium. Meistens verschwimmen die Grenzen kurz nach Studienbeginn. Wo also liegt der Sinn in einer irgendwie gearteten Abiturnote?
Leider zieht der Herr Wissenschaftsminister aus den vermehrt guten Noten der Abiturienten auf Grund seiner völligen Unkenntnis im schulischen Bereich die falschen Schlüsse. Tatsache ist, dass immer mehr (vor allem weibliche) Schüler den Ergeiz an den Tag legen, ein möglichst gutes Abitur zu bekommen und sich dafür 2 Jahre lang gezielt dem Lernstress unterwerfen. Die erbrachten Leistungen der 1,0 Schüler sind also korrekt erzielt, und die Schülerinnen und Schüler dürfen stolz auf ihr Ergebnis sein.Was der gute Minister aber anscheinend nicht weiß ist die zunehmende Zahl an Schülern an den Gymnasien , die sich am anderen Ende der Leistungsfahnenstange befinden , die eine katastrophale Leistungsbereitschaft zeigen und die mitgeschleppt werden (die Gründe hierfür sind ein anderes Thema) . Dieser Gruppe werden die Noten geschenkt, aber nur, damit sie wenigstens ihr Abi bekommen (mit einem Abischnitt ab 3,0 ).
Dem Herrn Minister wäre dringend anzuraten, sich erst einmal sachkundig zu machen, bevor man mitz einem solchen Unsinn an die Öffentlichkeit tritt.
Insbesondere muss man aufpassen, dass der Abi-Durchschnitt nicht durch Fächer verbessert wird, in denen es statt um Wissen nur um Gesinnung geht: Religion, Ethik, Gemeinschaftskunde könnten zwar eigentlich auch so ausgestaltet werden, dass es um wissenschaftliche Durchdringung dieser Fächer gehen würde. Dazu sind die Lehrer (zumindest in Sachsen) aber nicht in der Lage. Statt dessen ist das Lernziel nur, möglichst hundertprozentig die Gesinnung, die Meinung, die Einstellung des Lehres zu treffen und dafür benotet zu werden. Auf diese Weise werden auch die Ergebnisse beschönigt.
In Deutschland (und dort insbesondere im Osten) legen 40% eines Jahrgangs ein Abitur ab. Sie streben aber - trotz "allgemeiner Hochschulreife" gar kein Hochschulstudium an, sondern gehen nur aufs Gymasium, um erst später eine Ausbildung beginnen oder in die Arbeitslosigkeit gehen zu müssen. Die Schule ist zur Verwahranstalt verkommen, die Lehrer sind aber so "sozial" alle durchzuschleppen", selbst wenn das Niveau dadurch sinkt. Hier werden Leistungswillige gehemmt, Schwache verhätschelt und in großem Ausmaß Ressourcen vergeudet. In anderen Ländern (Schweiz, Österreich) erreichen nur ca. 20 Prozent das Abitur. Und das sind auch genug!
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