E-Mail-Kontrolle in der Freizeit
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Die 327 Teilnehmer der Studie geben an, dass knapp 30 Prozent der empfangenen E-Mails nicht wichtig sind, sie sich aber durch fast die Hälfte der Nachrichten in ihrer Arbeit gestört fühlen. "Dies liegt vermutlich auch daran, dass sich fast alle Befragten kontinuierlich über den Eingang neuer Mails informieren lassen", sagt Michael Nippa. Fast die Hälfte der Befragten kontrolliert ihre geschäftliche Mail-Kommunikation sogar auch in der Freizeit.
"Die Mehrzahl der Befragten sieht in der E-Mail-Kommunikation einen Hauptgrund für die zunehmende Informationsflut, der nur noch schwer Herr zu werden ist", erklärt Nippa. "Denn Kunden und Vorgesetzte erwarten, dass Mitarbeiter rund um die Uhr erreichbar sind." Zudem habe eine bemerkenswerte Anzahl von Befragten die Erfahrung gemacht, dass durch schlecht oder missverständlich geschriebene E-Mails erhebliche Konflikte und unnötige Aktivitäten ausgelöst würden.
Management by Ping Pong
Dennoch sei es falsch, von der E-Mail nur als Belastung zu sprechen, so Nippa. "Sie ist ein durchaus sinnvolles Medium, das sehen auch unsere Studienteilnehmer. Aber man sollte ihren Einsatz öfter und sinnvoller prüfen." So werde durch E-Mails eine "Kultur der Delegation von Verantwortung" begünstigt: "Forward- und CC-Buttons werden dazu genutzt, sich Problemen einfach zu entledigen. Indem man den Chef auf CC setzt, trägt man selbst nicht mehr die Verantwortung, sondern reicht sie weiter an ihn." Und leite man eine Nachricht weiter, schiebe man auch die Bearbeitung der darin enthaltenen Aufgabe ab. "Das ist Management by Ping Pong."
Im Projektmanagement dagegen könne es durchaus zweckmäßig sein, das Team via Mail auf dem Laufenden zu halten. Nippa kann sich weitere Situationen vorstellen, in denen elektronische Nachrichten angenehmer sind als persönlicher Kontakt: "Schreibt der Chef keine E-Mails mehr, steht er eben öfter persönlich in der Tür. Das bedeutet eine noch stärkere Unterbrechung."
Um der E-Mail-Flut Herr zu werden, kursieren in der Ratgeber- und Managementliteratur verschiedene Vorschläge: Populär ist etwa ein E-Mail-freier Tag pro Woche. Andere Empfehlungen lauten, grundsätzlich keine Nachrichten mehr zu lesen, bei denen man auf Kopie gesetzt wurde oder sein Postfach einmal am Tag komplett zu leeren.
Von diesen Tipps hält Nippa allerdings wenig. "An einem Tag vollständig auf E-Mails zu verzichten, ist willkürlich. Der Lerneffekt, selbst weniger zu schreiben, tritt vermutlich nicht ein." Auf das Lesen bestimmter Nachrichten zu verzichten, sei ebenfalls ein schlechter Rat - schließlich könne ein Mitarbeiter ernste Probleme bekommen, wenn er dadurch eine wichtige Mitteilung verpasst.
Max.Mustermann@firma.de
Nippa rät Unternehmen vielmehr, Mitarbeiter gezielt im Umgang mit E-Mails zu schulen: "Die Leute müssen lernen, wie man einen Betreff formuliert und wann sie jemanden auf CC setzen." Gerade hier helfe es, den Mitarbeitern mehr Autonomie zu geben. "Viele Mails, gerade an die Vorgesetzten, werden aus Unsicherheit geschrieben. Die Mitarbeiter wollen sich absichern."
Einen ganz praktischen Rat hat der Professor auch: keine personalisierten E-Mail-Adressen mehr. Statt Max.Mustermann@firma.de solle es also nur noch Accounts wie abteilung@firma.de geben - auf die dann auch das komplette Team zugreifen dürfe. "Das hat einen großen Vorteil: Man reduziert die privaten E-Mails drastisch." Deren Anteil schätzt der Ökonom auf 30 Prozent - ein großer Teil des E-Mail-Stresses ist also von den Mitarbeitern selbst verursacht.
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(sueddeutsche.de/mri)
Soll das jetzt eine Rückbesinnung auf die gute alte Zeit sein?
Mein Gott, früher hatten wir die gute alte Postbesprechung um 10 Uhr morgens gehabt, das war manchmal sowas von ätzend. Da wurden Fragen zur Sache gestellt auf die man nicht vorbereitet war, die Info war aber im Büro.
Heute, wie wohltuend. Ich stell meinen Client auf einen bestimmten Intervall ein und gut ist.
Wer immer erreichbar sein will, der hat halt eine schlechte Organisation oder auch den Beruf verfehlt. Bei Projekten hat sowieso jeder heute ein vernünftiges Projektmanagement und da sind doch ganz klare Zeitvorgaben die jeder erfüllen kann.
Die guten alte Postbesprechung, ne, die will ich nicht mehr, denn dafür ist die Arbeit nicht weniger geworden.
Aber als das Auto erfunden wurde, haben die Pferdekutscher auch gemosert. Ist ja auch as schönes mit der Pferdekutsche durch Wien zu traben - aber nur in diesem Zusammenhang.
Ich frage mich, ob es zu Zeiten ohne Email auch solche tollen Studien mit dem Telefon gab. Man wurde auch ständig angerufen und so unterbrochen. Hier war die Unterbrechung sogar noch grösser, da das Klingeln auch andere Mitarbeiter stört.
Ich persönlich kann mir keine Welt mehr ohne Email vorstellen, da alles andere wesentlich komplizierter ist.
Emails haben beträchtliche Vorteile:
Es ist eine asynchrone Kommunikationsmethode, Telefon dagegen eine synchrone. Das bedeutet, ich kann jemanden benachrichtigen, ohne auf seine tatsächliche Anwesenheit zunächst angewiesen zu sein. D.h. immer, wenn mir etwas einfällt schicke ich der betreffenden Person eine kurze Notiz und dann können wir bei Gelegenheit darüber reden etc..
Natürlich bekommt man auch viel Mist, aber man kann sein Emailprogramm auch so konfigurieren, daß es nur jede Stunde oder 2 mal am Tag nach neuen Nachrichten sucht.
Man muss dann evtl. damit leben, daß man kurzfristige Hinweise schon einmal übersieht.
Der Vorschlag man sollte statt persönlicher Emails lieber Abteilungsbezogene haben ist totaler Käse. Man erreicht damit nur, daß sich jeder selbst seine Sachen zusammensuchen muss. Es geht die persönliche Verantwortlichkeit verloren und es werden dann die Rosinen herausgepickt aber unbequeme Mails ignoriert. Des weiteren ist es durchaus so, daß nicht alle Nachrichten/Informationen für alle bestimmt sind.
Interessanter wären vielleicht integrierte Ansätze mit Issue Tracking, Messenger Kommunikation, Pinnwänden/ Wikis. Könnte ich manche Mails gleich als Issue an andere weiterreichen oder aus der Mail heraus eine Chatanfrage an den Absender stellen oder an eine virtuelle Projektpinnwand/ Wiki kleben, dann hätte man einiges gewonnen.
Eine weitere Strategie, die ich gerne anwende ist, in einer Email die Schlüsselwörter / wichtigen Textaussagen fett zu machen. Dies erleichtert anderen die Mail zu überfliegen und trotzdem die relevanten Aussagen aufzunehmen.
Ansonsten kann man nur sagen, was man bei allen neuen Medien der Fall ist. Noch nie ist die Welt durch die Ankunft eines neuen Mediums untergegangen. Jedoch hat sich oft die Welt grundlegend verändert und der Umgang muss erst gelernt werden.
Dabei ist das nicht nur ein Lernprozess des einzelnen, sondern ein kollektiver Lernprozess in dem sich dann gewisse Konventionen im Umgang (man könnte sagen eine Medienknigge) bilden.
Die "Klickstrecken" sind überflüssig. Außer offensichtlich für die wie so oft nur dumme Reklamewirtschaft, die immer noch glaubt, je mehr Klicks auf der Seite generiert werden, desto mehr wird Reklame gesehen oder gar gelesen. Quatsch. Das einzige Ergebnis beim Leser: es erzeugt Unwillen und er ist genervt.
Es sollte doch endlich mal eine dieser Online-Zeitungen anfangen, mit dem Unsinn aufzuhören; es würde dem Ruf der SZ sicher nicht schaden: nicht nur Niggemeier, auch die ganze Blogger-Szene würde es lobend bemerken.
Der weise Vincent sagt: "Schafft man es, sich von der allgemeinen Mode und den Medienvorgaben zu befreien, dann hat man sich ein Stück Freiheit gesichert. Aus dieser Situation kann Neues entstehen oder Altes verbessert werden."
Dieser Rat ist kostenlos.
...und in einer Studie vor gut zwei Jahren wurde festgestellt, dass wir uns zuwenig miteinander austauschen. Gerade innerbetrieblich sollten wir mehr Informationen weitergeben und mehr miteinander reden.
Puh...
Watt denn nun?
Mehr, oder doch lieber weniger?
Guten Tag.
McMalcom
nö, bin ich nicht. war selber erschüttrert über diese zahl.
deswegen denke ich auch, daß da viel schmarrn dabei war.
sei es privater natur oder kunden, die englisch besser schreiben und lesen als sprechen und verstehen und sich alles wieder und wieder per email erklären lassen, als hätten sie noch nie von dem produkt, das sie zum wiederholten mal kaufen, gehört hätten.
Paging